merken

Pfropfen aus Beton für alte Stollen

Um die Gefahr von Tagesbrüchen zu mindern, werden in Dippoldiswalde Hohlräume verfüllt.

© Archiv: Frank Baldauf

Das Sächsische Oberbergamt lässt derzeit alte Hohlräume im Bereich Brauhofstraße und Große Wassergasse in Dipps verfüllen. Damit wird der Gefahr vorgebeugt, die von alten Schächten und Stollen ausgehen kann. Häuser können Risse bekommen, Tagesbrüche Löcher in Straßen reißen.

Anzeige
Durchblättern und viel sparen

Frisch, lebendig und lesefreundlich. Stöbern Sie hier online in den aktuellen Magazinen und Partnerangeboten.

Hier ein Tagesbruch auf dem Feld oberhalb des Stadtgutweges in Dipps. In der Stadt hätte dieser verheerende Folgen.
Hier ein Tagesbruch auf dem Feld oberhalb des Stadtgutweges in Dipps. In der Stadt hätte dieser verheerende Folgen. © Archiv: Frank Baldauf

In der vergangenen Woche hat die Bergsicherung Freital von der großen Wassergasse aus eine Öffnung gebohrt, wie Bernhard Cramer, der Leiter des Oberbergamts informierte. Durch dieses Loch wird seit Dienstag Beton in die unterirdischen Hohlräume gepumpt. Damit wird der Dippser Untergrund befestigt.

Vor drei Jahren hat sich an der Brauhofstraße ein Tagesbruch gezeigt. Das war ein alter Schacht, der 20 Meter in die Tiefe führte zu einem mittelalterlichen Stollensystem. Das ist in den Jahren 1194 bis 1286 entstanden, wie die Hölzer zeigen, welche die Archäologen dort unten gefunden haben. Für die Bergbaugeschichte waren die Stollen in dem Areal unter der Brauhofstraße und der Großen Wassergasse in einem Punkt besonders interessant. Sie haben gezeigt, wie die Bergleute ihre Stollen entwässert haben. Sie haben dazu Holzleitungen in Serie gefertigt, die vorne breiter waren und sich hinten verjüngten. So konnten sie ineinandergesteckt werden. (SZ/fh)