merken

Altehrwürdige Tribüne verschwindet

Im Sommer wird umgebaut. Künftig gibt es hier nur noch Schul- und Vereinssport.

Große Zuschauerzahlen bei Sportevents gibt es in der Walter-Kretzschmar-Halle schon lange nicht mehr. Doch das ist nicht der einzige Grund, dass die Tribüne jetzt weichen muss. © Anne Hübschmann

Von Thomas Riemer

Erfüllen Sie sich Ihren Wohntraum

Eine Veränderung wäre doch gut, oder etwa nicht? Tipps zum Thema Einrichtung und Wohnen gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de. Ein Blick hinein lohnt sich!

Großenhain. Satte 134 Jahre alt ist die Halle, die heute nach der Großenhainer Handball-Legende Walter Kretzschmar benannt ist. Es gibt wohl kaum einen Großenhainer, der hier nicht wenigstens Schulsport erlebt hat. Hochkarätige Events und Turniere fanden hier statt. 

Jetzt erlebt der Bau nach 2015 seinen nächsten Umbau. Danach wird es im Haus keine großen Veranstaltungen mehr geben. Mit der Rödertalhalle gibt es seit einigen Jahren „Ersatz“. Der Bau im Sportpark Husarenviertel ist künftig die einzige Sportstätte, wo auch eine größere Zuschauerzahl untergebracht werden kann.

Denn: Die altehrwürdige Tribüne in der Kretzschmar-Halle wird abgebaut. Stattdessen sollen an deren Stelle nach oben offene Geräteräume entstehen. Auch auf der gegenüberliegenden Seite soll ein zusätzlicher Raum für Sportutensilien errichtet werden. „Der erhöhte Platzbedarf resultiert daraus, dass den Klassenstufen 1 bis 12 Sportgeräte zur Verfügung zu stellen sind, die den Anforderungen des vorgeschriebenen Lehrplanes – Boden- und Geräteturnen, Hochsprung und Ballsportarten – entsprechen“, begründet Rathaussprecherin Diana Schulze. 

Derzeit nutzen die 1. Grundschule, die Schule zur Lernförderung und immer mehr auch das Gymnasium die Halle für den Schulsport. Laut Statistik macht dies knapp 45 Prozent der Auslastung aus, fast 54 Prozent der Nutzungszeiten gehen auf das Konto von Vereinen der Stadt. Kindereinrichtungen machen einen kleineren Teil (1,4 Prozent) aus. „Die wöchentliche Auslastung liegt bei 97,2 Prozent“, so Diana Schulze.

Deshalb wird nun also gewaltig investiert – laut Kostenberechnung fließen rund 365 000 Euro in die Umgestaltung. Inbegriffen darin sind neben den schon genannten Maßnahmen unter anderem die Verbesserung des Prallschutzes, die Abtrennung der Zugänge zu den Umkleidekabinen durch den Einbau von Türen sowie die Erneuerung der Markierungen am Parkett. Vorher „sind an verschiedenen Stellen Parkettreparaturarbeiten notwendig“, heißt es im Stadtratsbeschluss. Eine Kompletterneuerung sei nicht nötig. „Der Gesamtzustand der Parkettfläche spricht dagegen“, so Diana Schulze. 

Verbessert wird dagegen die Hallenakustik durch ballwurfsichere Akustikplatten an den Wänden. Die vorhandenen Ballfangnetze werden den neuen Bedingungen angepasst, Lüftungsmöglichkeiten durch vier elektrisch betriebene Fenstersteuerungen verbessert. Die jetzige Konstruktion war von der Unfallkasse bemängelt worden. Sie war auch bei der Planung der künftigen Geräteräume im Vorfeld einbezogen worden.

Auch eine fahrbare Beschallungsanlage soll es künftig geben. „Die Anlage dient dem Schulsport“, sagt die Rathaussprecherin. Neue Nutzer im Vergleich zum jetzigen Zustand werde es nicht geben, „eine Umverteilung von Trainingszeiten bzw. ein Umzug von einzelnen Vereinen in die Walter-Kretzschmar-Halle ist nicht vorgesehen“, so Diana Schulze.

Ein großes Zeitfenster haben die Bauleute nicht. Im Juni und Juli, so der ehrgeizige Plan, soll alles umgesetzt werden. Der Termin drückt. Denn am 19. August beginnt das neue Schuljahr. „Derzeit befinden wir uns in der Ausschreibungsphase. Ein abgestimmter Bauzeitenplan liegt noch nicht vor. Wir vertreten mit dem heutigen Kenntnisstand die Zuversicht, dass die Halle mit Beginn des neuen Schuljahres, nutzbar sein wird,“ zeigt sich die Stadtsprecherin optimistisch.