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Alle Schüler getestet und trotzdem Maske?

Nach einem Schultag mit Maske fällt es den Schülern schwer, sich zu konzentrieren. Alternativen gäbe es, doch sie sind derzeit nicht in Sicht.

Maske auf und Jacke an - so sieht derzeit der Unterricht für viele Schüler aus.
Maske auf und Jacke an - so sieht derzeit der Unterricht für viele Schüler aus. © SZ/Uwe Soeder

Sechs Unterrichtsstunden, dazwischen Pausen, dazu der Schulbus: Nicht wenige Schüler kommen locker auf acht Stunden Maskentragen am Stück. "Das ist nicht optimal", sagt auch Volker Hegewald, Direktor der beiden Glückauf-Gymnasien in Altenberg und Dippoldiswalde: "Es ist tatsächlich so, dass sich bei den Kinder und Jugendlichen im Laufe des Schultages Konzentrationsprobleme häufen."

Das Gegenmittel bisher: Lüften zur Mitte der Unterrichtsstunde, und in dieser Zeit die Maske absetzen lassen. "Außerdem sind die OP-Masken nicht ganz so belastend wie die FFP2-Masken", sagt Hegewald. Er rät, eher sie zu nutzen.

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Alles eine Frage des Abstands

Es ist alles eine Frage des Abstands: Die Masken müssen nur dann im Unterricht getragen werden, wenn die Schüler den Abstand von 1,50 Meter nicht einhalten können. Die beiden Glückauf-Gymnasien haben da Pech: Trotz geteilter Klassen sind die Räume so klein, dass das Masketragen nötig ist.

Beim Goethe-Gymnasium in Sebnitz sieht das schon ganz anders aus: "Die Schüler müssen mit Betreten des Schulhauses und in den Pausen ihre Masken aufsetzen", sagt Schulleiter Andreas Seltmann: "Aber die Räume lassen genügend Abstand zu, so dass dort die Masken nicht nötig sind."

CO2-Messgeräte und Abluftanlagen sind nicht teuer

Gelüftet wird natürlich auch dort nach allen Regeln der Hygieneverordnung. Weil das in dieser Jahreszeit sehr ungemütlich ist, gibt es immer wieder Fragen von Eltern, ob CO2-Messgeräte eingesetzt werden könnten. Sie kosten zwischen 30 und 200 Euro und warnen mit gelber oder roter Anzeige vor zu viel CO2 in der Luft. Dann, so die Überlegung, ist auch die Viruslast so hoch, dass gelüftet werden müsste. Das Gerät zeigt auch an, wann die Fenster wieder geschlossen werden können.

Eine andere Variante, gegen virenbelastete Raumluft vorzugehen, ist eine Abluftanlage, die das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz im Oktober 2020 vorstellte. Sie könne 90 Prozent der Viren nach draußen leiten und ließe sich mit dem Einsatz von 200 Euro Materialgeld konstruieren.

Wenig Pläne bei Land und Kreis

"Wir hatten deshalb tatsächlich schon mal nach einer entsprechenden Förderung beim Landratsamt Pirna nachgefragt", sagt Hegewald. Das ist für die Ausstattung der Schulen zuständig. "Dazu gibt es hier aber keine Pläne", sagt Landratsamt-Pressesprecherin Katrin Kerber. Doch das Landratsamt prüfe die Anschaffung von CO2-Messgeräten, "da mit Hilfe dieser Messgeräte effektiver Stoßlüftungen erfolgen können", so das Presseamt. Das sächsische Kultusministerium verweist auf eine Veröffentlichung des Umweltbundesamtes. Darin wird mobilen Luftreinigungsgeräten bescheinigt, dass sie das Lüften nicht ersetzen können - vor allem, weil sich der CO2-Gehalt der Luft nicht anders senken lässt.

Die CO2-Konzentration allerdings wäre bei der Max-Planck-Abluftanlage gar nicht das Problem. Dennoch lässt sich festhalten: Alternativen zum Masketragen und regelmäßigen Lüften auch bei Temperaturen im unteren einstelligen Bereich planen derzeit weder die kommunalen noch die sächsischen Schulbehörden.

Warum Masken trotz Test?

Und warum müssen die Masken überhaupt noch getragen werden, wenn doch nun alle Schüler getestet sind? "Alle Corona-Schnelltests sind nur eine Momentaufnahme", sagt Hegewald. Sie geben Sicherheit, dass der Betroffene am Tag der Testung nicht infektiös ist - entweder, weil er nicht infiziert ist. Oder aber, weil die Viruslast in seinem Körper noch nicht hoch genug ist, um beim Test anzuschlagen und andere anzustecken. Doch in diesem Fall kann sich das Bild in den nächsten Tagen schnell ändern.

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