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Altenberg bekommt keine Impfdosen

Eigentlich wollte das Deutsche Rote Kreuz ab dem 8. März die Senioren in der Gemeinde Altenberg impfen. Die Absage kam kurzfristig und ist undurchsichtig.

Geimpft wird vorerst andernorts, Altenberg muss noch warten.
Geimpft wird vorerst andernorts, Altenberg muss noch warten. © Sven Ellger

Altenberg ist eine der größten Flächengemeinden Sachsens. Bis zum nächstgelegenen Impfzentrum in Pirna dauert es circa 40 Minuten mit dem Auto, mit dem öffentlichen Nahverkehr gut anderthalb Stunden. Für die impfberechtigten Über-80-Jährigen nicht selten ein riesiges Hindernis - wenn sie es überhaupt geschafft haben, bei dem hochkomplizierten Vergabesystem einen Impftermin zu ergattern.

Entsprechend groß war der Jubel im Altenberger Rathaus, als das Deutsche Rote Kreuz (DRK) nach Anfrage am Dienstag ermöglichen wollte, ähnlich dem Impfbus-Modell von Bannewitz auch in Altenberg vor Ort zu impfen: "Ab 8. März sollte im Testzentrum Zinnwald geimpft werden", sagt Bürgermeister Thomas Kirsten.

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Stadtverwaltung Altenberg organisierte Terminvergabe

Die Verwaltung ging mit Hochdruck daran, die vier anvisierten Impftage mit Ärzten aus Altenberg und Lauenstein abzudecken, die Über-80-Jährigen aus der Gemeinde zu ermitteln und anzuschreiben und für kommende Woche eine Telefonhotline für die Terminvergabe einzurichten.

"Zwischendurch haben wir beim DRK-Landesverband mehrmals gefragt, wie sicher es ist, dass die Impfdosen hier ankommen", sagt Kirsten. "Noch am Donnerstagmorgen haben wir die Zustimmung vom Sächsischen Sozialministerium erhalten."

Vogtland braucht mobile Impfungen gerade nötiger

Doch Freitagmorgen, als die ersten Informationsbriefe an Impfberechtigte schon in die Post gegangen waren, kam eine Absage der "Taskforce Impfzentren COVID-19". Begründung: Das Sozialministerium habe das DRK gebeten, wegen der hohen Ansteckungsraten im Vogtland "innerhalb kürzester Zeit alle vorhandenen Kräfte zur Durchführung mobiler Impfungen dorthin zu konzentrieren."

Die Absage ist ärgerlich genug, doch Thomas Kirsten erscheint sie auch noch undurchsichtig: "Das Sozialministerium hat uns auf Anfrage mitgeteilt, dass das DRK im Vogtland helfen solle, ohne bereits vereinbarte Termine abzusagen." Für Altenberg waren der 8., 9., 10 und 11. März als Impftage mit täglich 200 Impfdosen bereits fest vereinbart.

Verschiedene Aussagen von Ministerium und DRK

Vollends verwirrend findet Kirsten die Aussage des Sozialministeriums, dass im Vogtland der Astrazeneca-Impfstoff eingesetzt würde: "Der käme für Senioren ja ohnehin nicht infrage, die bekommen den von Pfizer. Da hätten wir doch nur die Impfungen der Erzieher und Pädagogen absagen müssen."

Zumal Altenberg auch den Impfbus des DRK nicht gebraucht hätte: "Wir hätten unsere Teststation in Zinnwald weiter genutzt, und unsere ansässigen Ärzte hätten uns lückenlos unterstützt." Bleibe die Hoffnung, dass Altenberg beim DRK-Landesverband bald eine neue Chance auf ein mobiles Impfzentrum bekommt.

Auf Nachfrage verweist die "Taskforce Impfzentren COVID-19" an die DRK-Pressestelle. Doch die ist am Freitagnachmittag nicht mehr erreichbar.

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