SZ + Dippoldiswalde
Merken

Altenberg ist jetzt weltweit im Streaming-Dienst zu sehen

Das Osterzgebirge dient als Filmset für den Kirchenthriller „12 Theses – Zwölf Thesen“. Gedreht wurde in Zinnwald, Geising und Lauenstein. Wo es den Film zu sehen gibt.

Von Anja Ehrhartsmann
 3 Min.
Teilen
Folgen
Mit großem technischen Aufwand wird Schloss Lauenstein im Film "12 Thesen" ins Aostatal nach Italien versetzt.
Mit großem technischen Aufwand wird Schloss Lauenstein im Film "12 Thesen" ins Aostatal nach Italien versetzt. © Stefan Asang

Sein Schwiegervater stammt aus Geising, sein Vater aus Kurort Hartha: So ist es wohl kaum verwunderlich, dass es den Berliner Filmregisseur Stefan Asang damals ins Osterzgebirge verschlug, als er sich 2013 nach einer passenden Filmkulisse für seinen Kirchenthriller umschaute.

Gedreht wurde unter anderem im Bergwerk in Zinnwald, auf Schloss Lauenstein, im Geisinger Rathaus, der Jugendherberge und in den Wäldern. "Die Kulisse ist unglaublich schön", sagt Stefan Asang, der mittlerweile auch einen Zweitwohnsitz im Osterzgebirge hat. Auch die Menschen im Osterzgebirge hätten die Dreharbeiten super unterstützt. "Wir hatten viel Hilfe von der Stadtverwaltung, der Feuerwehr und der Polizei." Und auch einige Statisten, die im Film zu sehen sind, stammen aus Altenberg und der Umgebung. Die 160 Mitwirkenden aus 23 Nationen hätten sich während des Drehs allesamt sehr wohl und willkommen gefühlt, schwärmt Stefan Asang.

Michael Greiling (links) spielt im Film "12 Thesen" den Abt, der Ulas Kilic (rechts) in der Rolle als Da Mario befiehlt, im Namen der katholischen Kirche deren Geheimnisse zu schützen.
Michael Greiling (links) spielt im Film "12 Thesen" den Abt, der Ulas Kilic (rechts) in der Rolle als Da Mario befiehlt, im Namen der katholischen Kirche deren Geheimnisse zu schützen. © Stefan Asang

Das Drehbuch zum Film „12 Theses – Zwölf Thesen“ hat er selbst geschrieben, nach dem Roman „Cruor“ des Schweizer Autors Herbert Blaser. Es ist eine rasante Geschichte, die in Basel, Bern, Italien und Spanien spielt. Im Film geht es um eine religiöse Vertuschung ungeahnten Ausmaßes. Ein Journalist, der auf einen Brief an Jesus von Nazareth stößt, sieht sich plötzlich einem gefährlichen Feind gegenüber, der bereit ist, über Leichen zu gehen. Die Ermittlungen leitet Kapitän Jakobi. Sie führen ihn durch die Schweiz und nach Italien, zusammen mit einer Theologiestudentin, deren Schwester bei der Verfolgung brutal ermordet wurde. Gemeinsam suchen sie nach der Antwort auf die Frage, welches Geheimnis so heilig ist, dass so viele Menschen sterben müssen.

An den ersten Drehtag im Osterzgebirge im August 2014 erinnert sich der Deutsch-Schwede noch genau, denn es ging drunter und drüber. "Ich hatte 41 Grad Fieber und meine Frau war nicht dabei, weil unser Kind krank war. Dabei sollte sie sich eigentlich am Set um die 13 Kinder-Darsteller kümmern", erinnert sich Stefan Asang noch lebhaft. Auch der deutsche Schauspieler Michael Greiling, unter anderem bekannt aus der Fernsehreihe "Inga Lindström", war damals schon mit am Set, außerdem sollte schon gleich mit Falke Jacky gedreht werden. Doch zu guter Letzt ging alles gut, obwohl aus den geplanten 44 am Ende 106 Drehtage wurden.

Der Postproduktion sei Dank steht Schloss Lauenstein im Film vor beeindruckender Bergkulisse.
Der Postproduktion sei Dank steht Schloss Lauenstein im Film vor beeindruckender Bergkulisse. © Stefan Asang

Nach dem Dreh wurde das Filmmaterial aufwendig in der Postproduktion nachbearbeitet. Schloss Lauenstein wird so zum Kloster im Aostatal in Italien, vor beeindruckender Bergkulisse. 2017 war der Film soweit fertig. Er lief anschließend auf Festivals, leider nicht mit dem gewünschten Erfolg. Stefan Asang hat das Material deshalb noch einmal überarbeitet, um Sinnzusammenhänge besser zu verknüpfen. Im Geisinger Rathaus wurde deshalb im Oktober 2020 noch einmal gedreht. Mit dem Ergebnis, dass der Film jetzt 20 Minuten länger ist.

"Im vergangenen August haben wir dann einen Filmverleih gesucht." Und auf einmal ging alles ganz schnell. Mit Filmhub hat Stefan Asang ein Unternehmen gefunden, dass mit 40 Streaming-Diensten weltweit einen Vertrag hat. Dazu gehört auch die Plattform Amazon Prime, die unter anderem in Deutschland gängig ist. Außerdem kann "12 Theses" auf plex.tv und über Tubi gestreamt werden. Plex.tv ist eher für den US-Markt gedacht. Tubi ist ein Streaming-Service in den USA, Kanada, Australien, Mexiko und Neuseeland. Der Film läuft auf Englisch, mit deutschen Untertiteln.

Der Film "12 Thesen", der unter anderem in Geising, Lauenstein und Zinnwald gedreht wurde, läuft nun weltweit auf Streaming-Plattformen.
Der Film "12 Thesen", der unter anderem in Geising, Lauenstein und Zinnwald gedreht wurde, läuft nun weltweit auf Streaming-Plattformen. © Stefan Asang

Nun hofft Stefan Asang, dass sein Independet-Film auch kommerziell ein Erfolg wird. Denn die nächste Idee hat er schon im Kopf. "Wir arbeiten an einem Drehbuch für ein Psycho-Drama." Drehbeginn wird frühestens in zwei Jahren sein. Wenn alles klappt, will er dafür wieder ins Osterzgebirge zurückkommen.