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Altenberg ist Corona-Hotspot

Im Gymnasium, im Kindergarten und in der Verwaltung wurden Personen positiv auf das Virus getestet. Der Bürgermeister mahnt die Einwohner zur Vorsicht.

Das Altenberger Glückauf-Gymnasium hat nicht geschlossen. Nur die Klassenstufe 11 hat am Donnerstag keinen Unterricht.
Das Altenberger Glückauf-Gymnasium hat nicht geschlossen. Nur die Klassenstufe 11 hat am Donnerstag keinen Unterricht. © Egbert Kamprath

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge steigt die Zahl der Corona-Infektionen weiter an. Am Mittwochnachmittag gab es 32 infizierte Personen im Landkreis. Der Großteil stammt aus dem Raum Altenberg. Dort ist die Zahl der Infizierten innerhalb einer Woche von Null auf aktuell 13 geklettert. Altenberg ist damit Corona-Hotspot im Kreis. 

Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass sich in der Außenstelle des Glückauf-Gymnasiums in Altenberg und im Sportinternat zwei Personen mit dem Corona-Virus infiziert haben. Das hat nun Folgen für den Schulbetrieb. "Am Donnerstag werden die Schüler der Jahrgangsstufe elf nicht in die Schule kommen", sagt Direktor Volker Hegewald. Eine Schülerin in diesem Jahrgang ist an Covid-19 erkrankt. Weil die Schüler in dieser Stufe nicht mehr klassen- sondern kursweise unterrichtet werden, hätte das Gesundheitsamt nun einen erheblich höheren Aufwand, um alle Kontaktpersonen festzustellen und gegebenenfalls eine Quarantäne zu verhängen. "Damit für diese Nachverfolgung ausreichend Zeit bleibt, habe ich die gesamte Stufe auf Anraten des Gesundheitsamtes für den Donnerstag von ihrer Schulpflicht befreit", erklärt Hegewald.

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Eltern verweigern Schutzmasken

Auch die Stadt Altenberg ist indes betroffen. "Wir hatten auch in der Verwaltung einen Corona-Fall", sagt Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler). Er sei dem Gesundheitsamt in Pirna sehr dankbar, dass am Mittwoch alle Mitarbeiter getestet wurden. Das bringe Klarheit. Sorgen macht er sich auch über andere Dinge, zum Beispiel die vielen Autos mit tschechischen Nummernschildern auf den Altenberger Straßen. Tschechien sei zum Risikogebiet erklärt worden - erst ohne, dann mit dem Bezirk Usti. Dadurch hätten sich innerhalb einer Woche in rascher Folge die Corona-Meldebestimmungen für Einreisende und Pendler geändert. Für Altenberg hieß das beispielsweise: Bis Dienstag konnten Kinder von tschechischen Pendlern noch die Kindergärten in der Kommune besuchen. 

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"Dort haben uns die Eltern eines tschechischen Kindes informiert, dass ihr Kind positiv auf Corona getestet wurde", sagt Kirsten. Das Problem: Das Gesundheitsamt in Pirna braucht diesen Nachweis, um die Kontaktverfolgung zu rekonstruieren. "Wir sind jetzt an den Eltern dran, uns das Testergebnis zu bekommen", sagt Kirsten. Zurzeit würde die Kindergartengruppe des Kindes von den anderen Mädchen und Jungen im Haus ferngehalten. Geschlossen wird die Einrichtung aber nicht. Doch besonders vor diesem Hintergrund kann Kirsten manche Eltern des Bärensteiner Kindergartens nicht verstehen: "Dort haben sich ein paar Eltern trotz Hinweisen der Erzieherinnen geweigert, eine Maske im Haus aufzusetzen", sagt Kirsten. Deshalb hätte er die Polizei um Amtshilfe gebeten. Gäbe es bereits eine Corona-Ampelsystem, die das Risiko der einzelnen Regionen anzeigt, "dann wäre Altenberg tiefrot. Wir können uns gar nicht genug die Hände waschen und Masken tragen", mahnt Kirsten. 

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