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Zinnwalder Arena besteht Corona-Test

Die Deutschen Meisterschaften im Biathlon beweisen, große Sportveranstaltungen sind möglich. Sogar mit Zuschauern. Und doch bleibt die Atmosphäre gedämpft.

Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten zeigt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer die umgebaute Biathlonarena.
Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten zeigt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer die umgebaute Biathlonarena. © Egbert Kamprath

Es wurde angefeuert, was das Zeug hält. Gejubelt, geklatscht, geschrien - so weit das mit Mundschutz eben möglich ist. So war die Stimmung zwar ausgelassen, aber doch irgendwie gedämpft, die Atmosphäre auf eigentümliche Weise getrübt. So erzählen es Zuschauer, die am Wochenende an der Biathlonstrecke in Zinnwald zu den Deutschen Meisterschaften dabei waren. Und doch waren alle froh darüber, überhaupt wieder bei einer großen Sportveranstaltung zu Gast sein zu dürfen. Darunter auch Michael Kretschmer (CDU). Für Sachsens Ministerpräsidenten war es ein spannender Samstagvormittag mit einer ungewöhnlichen Siegerehrung.

In seinem grellgrünen Outfit inklusive Mundschutz und "So-geht-sächsisch"-Schriftzug ist der Ministerpräsident nicht zu übersehen. Als Schirmherr der Deutschen Meisterschaften im Biathlon ist er am Samstag im Zinnwalder Stadion Ehrengast. Zudem darf er bei der Siegerehrung die drei Erstplatzierten beglückwünschen. Das ganze passiert allerdings - anders als sonst üblich - mit Abstand und völlig kontaktlos: Kein Händeschütteln, kein Drücken und schon gar kein Bussi auf die Wange.

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Sprint-Siegerin Denise Herrmann, Sachsen-Premier Michael Kretschmer. Kein Händeschütteln, kein Drücken und schon gar kein Bussi auf die Wange.
Sprint-Siegerin Denise Herrmann, Sachsen-Premier Michael Kretschmer. Kein Händeschütteln, kein Drücken und schon gar kein Bussi auf die Wange. © Egbert Kamprath

Nicht einmal die Medaille darf Kretschmer den jungen Damen persönlich um den Hals hängen. Er erscheint fast wie ein Diener, als er das Kissen mit dem Edelmetall am Band hinhält und sich die Sieger und Platzierten selbst behängen. Auch das trägt entsprechend zur Atmosphäre bei. So richtig feierlich will es nicht werden. Das Wetter tut, vor allem am Sonnabend, sein Übriges. Als die Männer auf die Strecke gehen, regnet es. Zum Teil recht stark sogar.  

Internationaler Wettkampf ist möglich

Die Verantwortlichen des SSV Altenberg sind dennoch zufrieden: "Insgesamt haben wir drei sehr gute Tage erlebt", sagt Eberhard Rösch. Der Abteilungsleiter Biathlon war maßgeblich an der Organisation beteiligt. Unter diesen Bedingungen einen zuschauertauglichen Wettkampf zu gestalten, sei für alle völlig neu gewesen. "Das ist uns sehr gut gelungen", sagt Rösch. Ohne dabei sich selbst zu loben. "Die Sportler haben sich bei uns bedankt und von vielen Zuschauern habe ich auch Gutes gehört." 

Eine schöne Bestätigung für die Altenberger, die mit ihrem Hygienekonzept immerhin noch 1.500 Zuschauer ins Stadion und an die Strecke lassen konnten. "Normalerweise passen, wenn es richtig voll ist, an die 5.000 Leute rein", sagt Rösch. Die verminderte Kapazität wurde allerdings auch nur am Sonntag voll ausgeschöpft. Freitag und Samstag blieben Plätze frei.

Die, die da waren, erlebten hochklassiges Biathlon mit internationaler Beteiligung - die Deutschen Meisterschaften sind offen auch für Athleten anderer Nationen. "Wir haben bewiesen, dass so eine Veranstaltung auch mit internationaler Beteiligung möglich ist", sagt Rösch.

Hessen streckt die Waffen vor Corona

Das sah auch Ministerpräsident Michael Kretschmer, der weitere Unterstützung beim Ausbau der Wettkampfstätten versprach. Zunächst ließ er sich bei einem Rundgang durch die frisch ausgebaute Biathlonarena in Zinnwald von Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) zeigen und erklären, was in den letzten Monaten dort mithilfe von Steuergeldern gemacht worden ist. Kretschmer selbst hatte vor anderthalb Jahren den  580.500 Euro schweren Fördermittelbescheid überbracht. 

Die Arena ist zunächst im Start-Zielbereich umgebaut worden und hat nun einen geraden, 50 Meter langen und neun Meter breiten Zieleinlauf. Für die Zuschauer macht das den Blick auf die Wettkämpfe deutlich attraktiver. Außerdem gibt es jetzt für die Sportler statt eines Zelts einen festen Aufenthaltsraum. 

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Das alles trägt dazu bei, dass die Arena schon in drei Wochen die nächsten Wettkämpfe erleben wird. "Wir haben ein Rennen zum Schülercup aus Hessen übernommen", sagt Eberhard Rösch. Dort habe man sich aufgrund der Corona-Bedingungen nicht in der Lage gesehen, die Veranstaltung durchzuführen. In der Zinnwalder Arena hingegen haben die Sachsen bewiesen, dass es geht.  

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