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Altenberger Original gestorben

Uwe Wolf war in Altenberg als Lauser bekannt - und das sehr gut. Seine Kutscherstube war die letzte Kneipe im Ort.

So bleibt Uwe "Lauser" Wolf den Altenbergern in Erinnerung: als Kumpel und Fußballfan.
So bleibt Uwe "Lauser" Wolf den Altenbergern in Erinnerung: als Kumpel und Fußballfan. © Egbert Kamprath

"Die Kutscherstube vom Lauser war die letzte richtige Kneipe in Altenberg", sagt Jochen Löbel, der bis Anfang letzten Jahres den Lugsteinhof leitete. Uwe "Lauser" Wolf hielt seine Wirtschaft auf, bis der letzte Gast gegangen war - und wenn es nachts zwei Uhr war. Am Montag ist er gestorben.

Eigentlich war das der Ruhetag in der Kutscherstube unterhalb der Tankstelle. Aber das hat ja zum Schluss keine Rolle mehr gespielt. Wie alle anderen musste Uwe Wolf sie seit dem 1. November durchgehend schließen. Am letzten Tag hatte er noch ein wütendes "Noch offen" auf einen Aufsteller gekritzelt und dazu ein "Der Blitz soll Dich treffen" in Richtung Angela Merkel.

Der 1. November 2020 war der letzte Öffnungstag der Kutscherstube in Altenberg.
Der 1. November 2020 war der letzte Öffnungstag der Kutscherstube in Altenberg. © Egbert Kamprath

Voller Leidenschaft für AC/DC und Fußball

"Wegen der Schließung hat vielleicht auch keiner richtig gemerkt, was bei ihm los war", sagt Wolfgang Landt, der frühere Leiter der Sportstätten in Altenberg. Bei ihm arbeitete Uwe Wolf in den Neunzigerjahren an der Bobbahn. "Er war ein Unikum, ein lustiger Kerl. War einer der ersten hier die das Risiko auf sich nahmen, mit dem Skeleton die Bobbahn runter zu fahren", sagt er.

Mit seinen Leidenschaften hielt Uwe Wolf nicht hinter dem Berg: Dass er AC/DC verehrte, war klar auf seinem Nummernschild erkennbar. "Um das AC zu kriegen, hat er sich extra einen Wohnsitz in Aachen besorgt", sagt Landt.

Beim Fußball war es ähnlich. Beim BSG Stahl Altenberg spielte er sich sogar einmal zum Torschützenkönig. Selbst reiste er nach Liverpool und Barcelona, um die großen Spiele zu sehen. "Und auch wenn er es gar nicht so dicke hatte, hat er die Trikots der zweiten Mannschaft gesponsert", sagt Landt.

Zuletzt schwierige Zeit

Die Altenberger Mannschaft gehörte auch zur Stammbelegung der Doppelkopfrunden in der Kutscherstube. Doch gerade in diesem Jahr, das für Kneipenbetriebe aller Art ohnehin nicht einfach war, ging es Uwe Wolf gesundheitlich schlechter. Der Alkohol raubte ihm die Motivation für seine Wirtschaft, und dann kam auch noch eine Krebserkrankung dazu.

"Der Lauser war ein Kumpel", sagt Wolfgang Landt. "Jetzt fällt es noch nicht auf, aber es wird viele geben, die die Abende bei ihm vermissen werden."

"Gute Reise Lauser", schreibt ihm die Stahlelf hinterher.

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