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Die Favoritin siegt in Altenberg

Biathletin Denise Herrmann freut sich beim Sprint über ihr fehlerfreies Schießen. Bei den Männern regnet es in Strömen. 1.000 Fans und viel Prominenz schauen zu.

Auf Skirollern rasant durchs Hofmannsloch. Franziska Preuß wird beim Sprintrennen in Altenberg Dritte.
Auf Skirollern rasant durchs Hofmannsloch. Franziska Preuß wird beim Sprintrennen in Altenberg Dritte. © Matthias Rietschel

Altenberg. Nach fünf Fehlern im Einzel am Freitag blieb Denise Herrmann im Sprint am Samstag fehlerfrei. Damit war ihr der Sieg bei den deutschen Biathlon-Meisterschaften in Altenberg nicht mehr zu nehmen. Mit großem Vorsprung gewann die Oberwiesenthalerin vor Sophia Schneider und Franziska Preuß, die jeweils eine Strafrunde drehen mussten. "Was im Einzel am Schießstand schief lief,  hat diesmal geklappt", erklärte Herrmann, die bei der WM im Februar in Antholz zweimal Silber gewonnen hatte. 

Angefeuert und gefeiert wurde die 31-Jährige von rund 1.000 Zuschauern, unter ihnen Olympiasieger Frank-Peter Roetsch und der aus Pirna stammende  ehemalige Frauen-Bundestrainer Uwe Müßiggang. Der 68-Jährige, der in Berchtesgaden lebt, ist einer der weltweit erfolgreichsten Biathlon-Trainer. Die Medaillen überreichte Ministerpräsident Michael Kretschmer, der anschließend zur 30-Jahr-Feier Sachsens nach Aue weiterfuhr. 

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Herrmann hatte zuletzt mit dem Frauen-Nationalteam ein Höhentrainingslager in Südtirol absolviert - und sieht darin einen Grund für ihre gute Laufform. "Das schlägt bei mir immer besonders gut an. Deshalb gehe ich auch vor den Saisonhöhepunkte immer wieder in die Höhe." Für die ersten drei Weltcupstation im kommenden Winter ist sie aufgrund ihrer Erfolge aus dem vergangenen Saison bereits gesetzt. "Dadurch kann ich im Training ein bisschen was verändern, ausprobieren", erklärt sie, "zum Beispiel bei der Schießtechnik, im psychologischen Bereich, bei der Ernährung und beim Aufwärmprogramm. Es ist wichtig, immer über den Horizont zu  blicken."

Arnd Peiffer wird bei widrigen Bedingungen Fünfter im Sprint.
Arnd Peiffer wird bei widrigen Bedingungen Fünfter im Sprint. © Matthias Rietschel

Bei den Männern siegte Dominic Schmuck, der am Freitag im Einzel bereits den zweiten Platz belegt hatte, vor Benedikt Doll und Philipp Horn. Schmuck, der aus dem oberbayerischen Schleching stammt,  ist bisher nur im zweitklassigen IBU-Cup gestartet. "Wir hatten in den vergangenen Jahren immer mal wieder moniert, dass die Decke hinter den Spitzenleuten bei uns ein bisschen dünn ist", meinte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner. "Deshalb ist es gut, wenn jüngere Athleten nachkommen und sich zeigen."  Schmuck ist allerdings auch schon 24.

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Das Rennen wurde von heftigen Regenschauern begleitet, die Bedingungen waren nicht für alle Starter gleich. Auch Justus Strelow, Sachsens derzeit bester Biathlet, litt darunter. "Wenn wir im Regen auf Skiroller laufen, ist das vergleichbar mit Aquaplaning beim Autofahren", erklärte er. Der 23-Jährige kam mit zwei Schießfehlern auf Platz 13, im Einzel war er auf Platz 17 gelandet.  Bei den Meisterschaften wollte sich Strelow eigentlich für das IBU-Cup-Team, wenn möglich sogar fürs Weltcup-Team, qualifizieren. Das wird nun schwer. "Der Justus hat nachgewiesen, dass er im IBU-Cup bestehen kann und bei der vergangenen EM eine Medaille gewonnen. Eine Saison ist lang, da bekommt man immer mal eine Chance, sich reinzuarbeiten",  erklärte Kirchner. Am Sonntag gehen die Meisterschaften mit den Verfolgungsrennen zu Ende. 

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