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Bobbahn Altenberg startet Saison mit zwei Titelkämpfen

Kaum ist die Bahn vereist, gibt es die ersten Titel. Im Skeleton ist das fast Nebensache, im Rodeln von olympischer Bedeutung.

Bevor die Bobs nach Altenberg kommen gab es die Meisterschaften auf den Schlitten.
Bevor die Bobs nach Altenberg kommen gab es die Meisterschaften auf den Schlitten. © Archiv: Ronald Bonß

Altenberg. Die Letzten werden die Ersten sein. Auch Axel Jungk, der Skeletoni vom BSC Sachsen Oberbärenburg, kennt das Sprichwort. Das es jetzt mehr denn je auf ihn zutrifft, hätte er vor ein paar Monaten selbst nicht geglaubt. Fakt ist: Im Februar fehlte der Wahl-Dresdner bei seiner Heim-WM in Altenberg trotz eines zweiten Platzes ein Jahr zuvor bei der Weltmeisterschaft an gleicher Stelle. Jungk hatte sich, immer wieder ausgebremst von Verletzungen, schlicht nicht qualifizieren können.

Dass er nun aber am Dienstag auch bei der deutschen Meisterschaft in Altenberg nicht am Start gewesen ist, hatte einen für ihn sehr schönen und höchst zufriedenstellenden Grund. Die nationalen Titelkämpfe sind in diesem olympischen Winter lediglich ein Wettkampf für die zweite Reihe. Jungk wiederum trainiert derzeit mit der Nationalmannschaft auf der neuen Bahn in Yanqing, wo gut 80 Kilometer von Peking entfernt im Februar 2022 die olympischen Kufenwettbewerbe ausgetragen werden.

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Und das Beste für den Sachsen: Er hat die interne Selektion, die Bundestrainer Christian Baude inmitten der internationalen Trainingswochen in China angesetzt hatte, am Montag souverän für sich entschieden und sich damit einen festen Platz im Weltcup-Team gesichert. „Axel hat in beiden Rennen eine ganz starke Leistung gezeigt und sich nicht nur eindrucksvoll zurückgemeldet, sondern ist Zeiten gefahren, die ich im internationalen Vergleich als konkurrenzfähig einschätze“, sagt der Bundestrainer.

Wieder in Top-Form: Oberbärenburgs Skeletoni Axel Jungk.
Wieder in Top-Form: Oberbärenburgs Skeletoni Axel Jungk. © Thomas Eisenhuth

Baude nominierte zudem die gesetzten Vorjahres-Weltmeister Tina Hermann und Christopher Grotheer sowie Hannah Neise, Jaqueline Lölling und Alexander Gassner für den Weltcup. Sie alle werden am zweiten und vierten Advent in Altenberg am Start sein, wenn die besten Skeletonis (und Bobsportler) im Kohlgrund um Weltcup-Punkte und Olympiaform kämpfen. Nach zwei Weltmeisterschaften in Folge sind zwei Weltcups in einer Saison erneut ein Novum in Altenberg. „Wir freuen uns über das Vertrauen des internationalen Verbands“, sagt Bahnchef Jens Morgenstern. Er denkt dabei an die Außenwirkung für Bahn und Stadt sowie insgesamt den Tourismus in der Region. Solche Wettkämpfe bedeuten nicht zuletzt auch sichere Buchungen im Hotel- und Gastrobereich.

Am dritten Advent sind indes die Rodler mit ihrem Weltcup zu Gast. Wer dann für Deutschland am Start ist, entscheidet sich auch in Altenberg – und zwar an diesem Wochenende jetzt bei der deutschen Meisterschaft. Sie ist Teil der vier Wettkämpfe umfassenden Qualifikation für das Team, das dann auf der neuen Olympiabahn in die Weltcup-Saison startet. Bundestrainer Norbert Loch betont: „Es wird eine richtig harte Saison. Wer im Weltcup nicht dabei ist, der fährt auch nicht zu Olympia.“

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Und die deutschen Meister im Skeleton, also Susanne Kreher (BSC Sachsen Oberbärenburg) und Lukas Nydegger (RC Berchtesgaden)? Kehren ebenfalls in dieser Saison noch mal nach Altenberg zurück, konkret zum Intercontinental Cup in der zweiten Januarwoche. „Auf der Heimbahn hat man andere Ansprüche, daher bin ich sehr froh, dass ich nach dem letztjährigen Ergebnis mit Platz vier diesmal so gut und stabil runterfahren konnte“, sagt Kreher.

Zufrieden ist auch Morgenstern. Nach der Vereisung der Bahn Anfang Oktober ist der sportliche Saisonauftakt geglückt. Nun laufen die Vorbereitungen auf die Saisonhöhepunkte, die drei Weltcups in Folge im Dezember.

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