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Altenberger Bobbahn schließt die Tore

Die Schlittensportler trainieren unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen im verwaisten Eiskanal. Selbst von draußen ist das Zuschauen nicht möglich.

Wegen Corona geschlossen. Rolf Friebel steht vorm Tor der Bobbahn. Normalerweise zeigt er Besuchern den Eiskanal.
Wegen Corona geschlossen. Rolf Friebel steht vorm Tor der Bobbahn. Normalerweise zeigt er Besuchern den Eiskanal. © Egbert Kamprath

Das Szenario rund um die Altenberger Bobbahn wirkt fremd und unwirklich. Man hört aus der Ferne Lautsprecherdurchsagen, zwischen denen das Poltern von Bobs zu vernehmen ist. Doch die Tore zur Anlage sind für die Öffentlichkeit seit Montag gesperrt, genauer schon seit Sonntagnachmittag. Die Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus, die auch für die sonstigen Sportanlagen gelten, werden hier besonders penibel durchgesetzt. 

Die trainierenden Sportler sollen keinem Risiko ausgesetzt werden. In dieser Woche sind es die Bobpiloten und die Frauen der deutschen A-Auswahl, die in die neue Saison starten und sich für die Startplätze bei den bevorstehenden Wettkämpfen qualifizieren wollen. Es wird alles getan, um Ansteckungen der Athleten mit dem Virus zu vermeiden. Es wäre für die Bobbahn, auf der im nächsten Jahr die Bob-Weltmeisterschaften stattfinden sollen eine Katastrophe, wissen Organisatoren, Sportler und Betreuer. Alle hoffen dabei, dass in einem Monat die restriktiven Beschränkungen wenigstens wieder etwas gelockert werden können. 

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Die Kulinarischen Wochen in der Sächsischen Schweiz gehen auch im Lockdown weiter – allerdings mit neuem Konzept.

Bis dahin gilt: Alle Besucher müssen draußen bleiben! Das umfasst auch die geplanten Events, vom Eistubing bis zum Gästebobfahren. Alles wurde für November komplett gestrichen. So steht auch Wanderführer Rolf Friebel vor dem verschlossenen Tor. Er begleitet normalerweise jeden Dienstag Gäste bei einer Tour durch den Kohlgrund und zeigt ihnen die Bahn. 

Nach der Schließung im Frühjahr hatten sich die Gästezahlen im Sommer gut erholt. Rolf Friebel, der die Bobbahnführungen seit 2014 anbietet, stellte dabei fest, dass auffällig viele Leute aus den westlichen Bundesländern kamen und sich lobend über die vielen Betätigungsmöglichkeiten im Osterzgebirges äußerten. Der Wanderführer hatte sich mit dem Start in die Saison darüber gefreut, dass er den Gästen nun die Bahn in Betrieb zeigen konnte. Das Training konnte man bislang noch direkt vor Ort miterleben. 

Das ist nun vorbei und auch jenseits des Zauns bekommt der Zuschauer vom Geschehen im Eiskanal nicht viel mit. Schutzsegel versperren an den wenigen einsehbaren Stellen den Blick. Rolf Friebel hofft, dass wenigstens die geplanten Wettkämpfe stattfinden könnten. So steht Anfang Dezember der Rodel-Weltcup im Terminkalender und natürlich als großes Event die Bob-Weltmeisterschaft im Februar. 

Hotel freut sich über Sportler als Gäste

Gespannt verfolgt auch Christoph Gröger die Entwicklung im Kohlgrund. Sein Oberbärenburger Hotel „Zum Bären“ ist schon seit mehreren Jahren Stammquartier der deutschen Bob-Nationalmannschaft. Zurzeit sind hier über 40 Sportler und Betreuer untergebracht. „Wir haben hier zurzeit keine anderen Gäste", sagt Gröger. Unter den gegenwärtigen Umständen sei das am Ende ganz gut so. 

"Uns hilft es wirtschaften, denn ohne Bobbahn wäre das Hotel komplett leer. Natürlich haben wir alle erforderlichen Hygienemaßnahmen getroffen, aber bei den Sportlern sehe ich eher keine Gefahr für ein Ansteckungsrisiko." Diese werden regelmäßig getestet und sind unter sich. "Im Bob können sie schließlich auch keine Mindestabstände einhalten“, sagt Christoph Gröger, der auch die Hirschsprunger Ladenmühle betreibt. Viel mehr bewegt ihn das Risiko, dass sich die Sportler beim Hotelpersonal anstecken könnten. 

Deshalb legt der Gastronom ganz besonderes Augenmerk auf Abstand und wenig Kontakte zu den Gästen. Nach der gut gelaufenen Sommersaison kann Christoph Gröger den Zwangsstillstand im November halbwegs verkraften, da es zu dieser Jahreszeit ohnehin immer etwas ruhiger läuft. Doch er schaut auch mit einem unguten Gefühl weiter in Richtung Advent. Es ist abzusehen, dass viele Weihnachtsfeiern nicht stattfinden werden. Wenn die deutschen Athleten Ende dieser Woche wieder abreisen, wird das „Hotel zum Bären“ erst einmal geschlossen. Die Hirschsprunger Ladenmühle hält Christoph Gröger dagegen weiter geöffnet, da auch andere Sportnationen traditionell hier übernachten.

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