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Bob-EM in Altenberg: Friedrich gut, Lochner besser

Kurz vor der WM steigt die Spannung. In Altenberg liefern sich Bobdominator Francesco Friedrich und Johannes Lochner ein enges Rennen - das ein Schweizer zum Dreikampf macht.

Von Tino Meyer
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Am Start deutlich verbessert präsentierte sich Francesco Friedrich mit Anschieber Alexander Schüller beim Heim-Weltcup in Altenberg. Dafür leistete sich der Weltklasse-Pilot aus Pirna diesmal zu viele kleine Fehler in der Bahn.
Am Start deutlich verbessert präsentierte sich Francesco Friedrich mit Anschieber Alexander Schüller beim Heim-Weltcup in Altenberg. Dafür leistete sich der Weltklasse-Pilot aus Pirna diesmal zu viele kleine Fehler in der Bahn. © dpa/Robert Michael

Altenberg. Der angeschlagene Bobdominator Francesco Friedrich war gut, doch sein Hauptkonkurrent aus der eigenen Mannschaft auch diesmal besser. Johannes Lochner hat am Samstag mit dem vierten Weltcupsieg in Folge auch den Europameistertitel im Zweierbob gewonnen. Der zweimalige Doppel-Olympiasieger Friedrich musste sich mit Alexander Schüller nach einigen Patzern im zweiten Lauf mit Rang drei zufriedengeben - hinter dem Schweizer Duo Vogt/Michel, die aus dem innerdeutschen Duell durchaus erwartungsgemäß einen Dreikampf machten. Christoph Hafer kam mit Tobias Schneider hinter dem Briten Brad Hall auf Weltcup- und EM-Rang fünf.

Mann des Tages aber war einmal mehr Lochner. "Die Siege auf der Bahn des Konkurrenten sind die allerbesten. Für das innere Wohl ist es ganz gut, hier in Altenberg wieder vorne zu. Die Fahrten gehen mir gut von der Hand", sagte er - diesmal angeschoben von Erec Bruckert. Seinen Stamm-Anschieber Georg Fleischhauer vom BSC Sachsen Oberbärenburg, mit dem Lochner zuletzt drei Zweier-Weltcups hintereinander gewann, hatte der Pilot vom Königssee diesmal mit Blick auf die WM nächsten Samstag in St. Moritz geschont.

Friedrich hingegen war nach seiner Oberschenkelverletzung am Start wieder schneller, haderte aber auch. "Im zweiten Lauf habe ich kleine Fehler gemacht, es waren immer ein paar Millimeterchen - doch die machen bei dem Wetter sehr viel Zeitverlust aus. Nächste Woche ist entscheidend", sagte der Pirnaer und meinte, zuletzt vor zehn Jahren eine EM-Bronzemedaille gewonnen zu haben. Und zwar genau vor der WM in St. Moritz, wo Friedrich dann erstmals Weltmeister wurde und seine Erfolgskarriere de facto so richtig startete.

Seine Verletzung scheint mittlerweile weitgehend ausgeheilt, die Startrückstände haben sich deutlich minimiert - was Friedrich so kommentierte: "Das ist alles noch mit sehr angezogener Handbremse. Wir müssen sehen, wie es sich in der nächsten Woche entwickelt."

Bei den Frauen am Vormittag gab es ebenfalls einen deutschen Sieg. Zweierbob-Olympiasiegerin Laura Nolte gewann den EM-Titel im Monobob. Dafür reichte der Winterbergerin beim parallel ausgetragenen Weltcup der zweite Platz hinter Monobob-Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus den USA, die wie in der Vorwoche auf ihrer Lieblingsbahn einmal mehr die Schnellste war. Weltcup-Dritte wurde Breeana Walker aus Australien, während die Rumänin Andreea Grecu überraschend EM-Silber holte.

Zwei EM-Medaillen gab es in Altenberg auch für die deutschen Frauen. Laura Nolte (links) gewann die Monobob-Entscheidung, Kim Kalicki wurde Dritte.
Zwei EM-Medaillen gab es in Altenberg auch für die deutschen Frauen. Laura Nolte (links) gewann die Monobob-Entscheidung, Kim Kalicki wurde Dritte. © dpa/Robert Michael

"Ich bin sehr zufrieden, denn die erste Fahrt war überhaupt nicht gut, ganz anders als letzte Woche und im Training", sagte Nolte, und sie betonte: "Im zweiten Lauf habe ich dann gezeigt, dass es geht. Es gibt mir ein gutes Gefühl in Richtung WM." Kim Kalicki aus Wiesbaden landete direkt dahinter als Weltcup-Siebte auf EM-Rang drei. Sie haderte allerdings: "Meine Fahrten waren wirklich schlecht. Zudem hatte ich Probleme mit dem Nebel und meinem Visier am Helm."

Lisa Buckwitz, die für den BRC Thüringen fährt, erwischte einen schlechten Tag, für sie war der Kampf um EM-Gold bereits nach dem ersten Durchgang vorbei. Die 28-Jährige kam unsauber aus einer Kurve, stürzte, und rutschte auf den letzten Platz ab. Auf den zweiten Lauf verzichtete sie dann. "Das ist sicherlich so kurz vor der WM kein gutes Omen, aber sie hat das gut weggesteckt", erklärte Trainer Gerd Leopold, der an diesem Wochenende den Bundestrainer René Spies vertritt.

Am Sonntag steht zum Abschluss des Wochenendes am Vormittag der Wettkampf im Zweierbob der Frauen sowie nachmittags der Männer-Vierer, die Königsdisziplin, auf dem Programm. Die Rennen in Altenberg gelten als Generalprobe für den Saisonhöhepunkt, die Weltmeisterschaften ab nächster Woche. (mit dpa)