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Noch eine Bob-WM in Altenberg

Zwei Jahre in Folge am selben Ort - das gab es noch nie! Die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften werden wieder in Altenberg ausgetragen.

Gleich weiterjubeln: Nach 2020 finden auch die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften 2021 wieder in Altenberg statt.
Gleich weiterjubeln: Nach 2020 finden auch die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften 2021 wieder in Altenberg statt. © Egbert Kamprath

"Wir haben sie!" jubelt der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten. Die Sonne heizt der Bergstadt gerade hochsommerlich ein, doch Kirsten lebt schon im Februar: "Wir kriegen die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften 2021", jubelt er weiter, "normalerweise wären wir erst in acht bis zwölf Jahren wieder dran gewesen."

Grund dafür seien Reisebeschränkungen, die eingeführt wurden, um angesichts der weltweiten Pandemie die Gesundheit und Sicherheit aller Athleten zu gewährleisten, schreibt der Bob- und Skeleton-Weltverband IBSF in seiner Pressemitteilung am Dienstagmorgen. Denn eigentlich sollte die WM vom 1. bis 14. Februar 2021 in Lake Placid stattfinden, dem Wintersportstädtchen im US-amerikanischen Bundesstaat New York. Das Problem: Die meisten Bob- und Skeletonfahrer leben in Europa. Neben der Ansteckungsgefahr in den USA drohten ihnen auch Quarantäneregelungen bei der Einreise. 

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"Als ich letzte Woche hörte, dass die Internationale Bob-Förderation darüber nachdenkt, die WM an Sankt Moritz in der Schweiz zu geben oder vielleicht nach Altenberg, habe ich den Ministerpräsidenten um Unterstützung gebeten", sagt Kirsten. Letztendlich war die Flexibilität der Altenberger ausschlaggebend: "Altenberg bekam den Zuschlag, da es aufgrund der erfolgreichen Durchführung der WM im März dieses Jahres nicht nur genügend Erfahrung aufweist, sondern auch noch die notwendigen Strukturen vorweisen kann, um eine  Weltmeisterschaft in der Kürze der Zeit unter den herausfordernden Rahmenbedingungen durchzuführen", schreibt IBSF-Generalsekretärin Heike Größwang per Mail.

Einige Kurven der Bobbahn sollten eigentlich einen größeren Radius bekommen.
Einige Kurven der Bobbahn sollten eigentlich einen größeren Radius bekommen. © Egbert Kamprath

Unterstützung vom Landratsamt

"Wir haben viel kommuniziert in den letzten Tagen", sagt Jens Morgenstern, der Geschäftsführer der Wintersport Altenberg (Osterzgebirge) GmbH, kurz: der Bobbahnbetreiberin WiA. "Einerseits mit der IBSF, andererseits mit den Entscheidungsträgern hier." 

Besonders dankbar ist er für die Unterstützung aus dem Landratsamt Pirna: "Die nehmen viel Geld in die Hand, um die Bahn zu finanzieren und Altenberg überhaupt in die Lage zu bringen, in der WM-Liga mitzuspielen." Zur WM 2020, die im März beendet war, gab der Freistaat Sachsen eine Finanzhilfe von 150.000 Euro. Im Juli dieses Jahres ließ die WiA im Enso-Eiskanal das Dach vom Startbock aus verlängern - das Eis ist damit deutlich besser vor der Witterung geschützt. 

Eine andere, millionenschwere Investition sollte eigentlich schon vor der WM 2020 erfolgen: der Umbau der Kurven 11 bis 13, deren derzeitiger enger Radius vom IBSF als tendenziell gefährlich für Bobfahrer angemahnt wurde. Nun rückt der Umbau ein weiteres Mal in die Ferne: "Bauarbeiten können wir vor der WM 2021 nicht mehr klären", sagt Morgenstern.     

Riesige Freude und Sorgen um Corona-Regeln

Bürgermeister Kirsten freut sich besonders im Hinblick auf die heimische Hotelerie und Gastronomie: "Das ist eine Chance, die coronabedingten Ausfälle auszugleichen", sagt er. Bereits im Herbst beginnen die internationalen Trainingswochen - und all die Sportler brauchen Betten und Mahlzeiten.

"Abwarten", sagt Diana Sartor: "abwarten, welche Coronaregeln dann gelten werden." Die 48-Jährige ist das beste Bindeglied zwischen dem Sport und der Hotelerie, die davon profitieren soll: Seit sie 2008 ihre erfolgreiche Karriere als Skeletonfahrerin beendete, führt sie die Pension Sartor in Bärenfels, während ihr Mann Steffen Sartor als Bundestrainer die Junioren im Rennrodeln trainiert. "Die derzeitigen Corona-Auflagen lassen keine volle Auslastung und damit nicht die vollen Einnahmen zu", sagt sie: "Aktuell werden beispielsweise Trainingsgruppen von 30 Leuten in drei Gruppen á zehn Mann getrennt untergebracht." Für Hotels wären große Gruppen ertragreicher. 

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Doch im Grunde freut sich auch Sartor riesig über die WM: "Die 14 Wettkampftage werden zwar nicht direkt die Corona-Ausfälle der Vergangenheit auffangen, aber auf lange Sicht wird die Region profitieren", sagt sie. Die WM und die Umstände ihrer Verlegung rufen ein breites Medienecho hervor: "Altenberg und Erzgebirge wird in den Köpfen vieler Menschen hängen bleiben." Der eine oder andere wird darauf zurückkommen bei seiner Reiseplanung.   

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