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Altenberg feiert Tag des Bergmanns

Die Fördermaschine dreht sich wieder - und endlich können die IG Arno-Lippmann-Schacht und der Knappenverein die Altenberger Bergbautradition richtig feiern.

Die Mitglieder der IG AL-Schacht setzten in den Coronamonaten die alte Fördermaschine wieder in Gang.
Die Mitglieder der IG AL-Schacht setzten in den Coronamonaten die alte Fördermaschine wieder in Gang. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Altenberger Bergmänner haben einiges nachzuholen. Denn egal ob Bergparade oder 30. Jahrestag der Grubenschließung von Zinnerz Altenberg - sämtliche Feier- und Festtage rund um den Bergbau wurden in den letzten 13 Monaten wegen Corona gestrichen.

Aus der Interessengemeinschaft AL-Schacht Altenberg fanden sich in den Corona-Monaten zunächst lose zehn ehemalige Bergmänner von Zinnerz zusammen, um die noch vorhandenen Teile der Förderanlage über dem Arno-Lippmann-Schacht zu zu warten. Mittlerweile stellen sie als Verein Förderanträge bei der Montanregion Erzgebirge. "Unser Ziel ist die Anschaffung eines Kompressors, damit die pneumatischen Bremsanlagen wieder funktionieren", sagt Mitglied Alexander Böhme.

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Die Fördermaschine dreht sich wieder

Doch den Höhepunkt ihrer Arbeit können sie bereits jetzt präsentieren, bei einem Fest natürlich. Traditionell wird am ersten Juliwochenende der Tag des Bergmanns gefeiert - und die IG, der Knappenverein und die Projektgesellschaft Altenberg als Betreiberin des Europarks im ehemaligen Schachtgebäude packen so viel in den Sonntag, wie überhaupt rein passt.

"Sonntagfrüh um 9.30 Uhr stellt sich der Knappenverein am Parkplatz an der Mühlenstraße im vollen Habit auf", sagt Alexander Böhme von der IG AL-Schacht. "Als kleine Bergmannsparade kommen sie dann hoch." Das Ziel ist das Maschinenhaus im Hof des Europarks. Circa 9. 55 Uhr treffen sie dort ein, eröffnen den Tag des Bergmanns, "Und dann nehmen wir die Fördermaschine wieder in Betrieb." Nach 30 Jahren treibt sie wieder die Seiltrommel an, die zu ihren regulären Betriebszeiten damals bei Zinnerz sechs Tonnen Last heben konnte - und selbst 38 Tonnen wiegt.

Führungen bis hinauf in den Förderturm

"Volkmar Hauswald, ist unser führender Techniker in allen Bereichen", sagt Böhme, "natürlich mit vielen fleißigen Helfern." Gemeinsam gelang es den IG-Mitgliedern zwischen März und Mai, nicht nur die 450-Kilowatt-Maschine wieder zum Leben zu erwecken, sondern auch die Signalglocken und das Grubentelefon neu zu verkabeln.

Alles werden sie am Sonntag auch in halbstündigen Führungen zeigen. Vom Maschinenhaus geht es ins Haupthaus zu den Hängebänken und hinauf auf die Plattform des Förderturms - viele Bereiche sind nur zu solchen Anlässen zugänglich - im letzten Jahr also gar nicht.

Begleitprogramm mit lokalen Firmen und Vereinen

Die Schwarz- und die Weißkaue, die früheren Umkleideräume der Bergmänner, werden heute von der Fitnessfabrik ebenfalls als Umkleiden genutzt. Weil die Betreiber den Sonntag gleich für einen Tag der offenen Tür nutzen, können auch sie besichtigt werden. Passend dazu ist auch der Altenberger Sportausrüster Sportcollection mit einer Musterauswahl von T-Shirts und Jacken vor Ort, bedruckt mit der Silhouette des Förderturms. Die hatten sich eigentlich die IG-Mitglieder so bedrucken lassen: "Aber dann wurden wir so oft darauf angesprochen, dass Sportcollection jetzt Vorbestellungen von anderen entgegen nimmt", sagt Böhme.

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Es wird gegrillt und ausgeschenkt, ein Mineralienstand ist da, die Feuerwehr und das Rote Kreuz wollen ihre Blaulichtfahrzeuge für staunende Kinderaugen schicken. Ab 15 Uhr bestreiten die Stübelleut Schellerhaa noch einen mundartlich-musikalisches Programm. "Danach ist das Steigerlied dran.", sagt Gunther Kaden von der Projektgesellschaft. "Als eine Art Ausklang für alle."

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