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Bleibt das Eis im Geisinger Stadion?

Geisings Lage nahe der tschechischen Grenze könnte sich als Glücksfall erweisen. Denn manche Sportler "von drüben" dürfen noch trainieren.

Wird noch gebraucht: das Eis im Geisinger Gründelstadion.
Wird noch gebraucht: das Eis im Geisinger Gründelstadion. © Egbert Kamprath

Die tschechische Eishockeymannschaft des HC Litvinov hat das gleiche Problem wie die Weißeritzer Eiswölfe: Ihr Training fällt aus. Sowohl die Eissporthalle Ivan Hlinka in Litvinov als auch das Gründelstadion in Geising sind geschlossen. Um die  Corona-Ansteckungszahlen in den Griff zu bekommen, haben die Regierungen beider Länder jeweils die Schließung von Sportstätten angeordnet. 

Die Geisinger Eishalle ist seit Mitte Oktober vereist. Für die Stadt Altenberg fallen seit dem Betriebskosten zwischen monatlich 6.000 und 8.000 Euro an, je nach dem, wie warm die Außentemperatur ist. Am 14. November sollte die Halle für den Publikumsverkehr geöffnet werden, bis dahin stand das Training der Eishockeymannschaften auf dem Plan. 

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Gemeinsam mit den Landkreisen und kreisfreien Städten hat die Staatsregierung weitere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie beschlossen.

Hohe Kosten, keine Einnahmen

Doch für Amateursportler - egal ob in einer Eishockeymannschaft organisiert oder privat für eine Runde auf dem Eis am Start - sieht die neue Corona-Schutz-Verordnung seit dem 2. November ein Verbot für die Ausübung von Sport in "Einrichtungen des Freizeit- und Amateursportbetriebs" vor. Für die Stadt Altenberg bedeutet das: Hohe Kosten, keine Einnahmen.

Bürgermeister Thomas Kirsten steht vor einem Dilemma: Hält er die Verluste gering, lässt die Halle abtauen und sagt dieser Wintersaison in der Eishalle ade? Schließlich ist ja auch ungewiss, wie es mit den Coronazahlen und damit den Verordnungen im Dezember weitergehen wird. Oder lässt er das Eis in der Halle und hofft auf eine gute Entwicklung, mit dem Risiko, dass sich die Betriebskosten Monat um Monat ungedeckt addieren?

Ausnahmen in der Schutzverordnung

 "Altenberg hat 2020 durch coronabedingte Steuerausfälle und fehlende Kurtaxe 1,2 Millionen Euro Einbußen", sagt Kirsten: "Deshalb gilt bereits seit Frühjahr der Haushaltsstopp." Er rechnet damit, dass die Kommune im besten Fall 430.000 Euro vom Land Sachsen erstattet bekommt. Doch viel Spielraum für ungedeckte Ausgaben gibt es nicht. Bleibt die Suche nach einer Lösung, mit der sich die Kosten der Eishalle refinanzieren lassen.

An dieser Stelle kommt der HC Litvinov ins Spiel. Litvinov liegt knappe 27 Kilometer von Geising entfernt - nah genug, um innerhalb von 24 Stunden hin, zurück und zu einem Trainingstag in die Geisinger Halle zu kommen. Denn die deutsche Corona-Schutz-Verordnung birgt ein paar Ausnahmen, die die tschechische nicht hat: Kader- und Profisport ist weiterhin auch in Hallen gestattet.

Tschechische Profisportler könnten Saison retten

"Der HC Litvinov zählt darunter. Die Spieler verdienen ihr Geld mit Eishockey", sagt Bürgermeister Thomas Kirsten. Und sie könnten nach den Regeln des kleinen Grenzverkehrs für 24 Stunden nach Deutschland einreisen, ohne sich in Quarantäne begeben zu müssen. 

"Mir ist bewusst, dass es eine paradoxe Situation ist", sagt Kirsten: "Für unsere eigenen Eishockeyspieler ist die Halle gesperrt, denn sie spielen in der Amateurliga. Der HC Litvinov aber dürfte rein rechtlich hier spielen, denn er gehört zur 1. Liga in Tschechien. Das sind Profisportler." 

Am Ende hätten alle etwas davon: Die Halle bleibt vereist und würde, wenn die harte Verordnung Ende November zurückgenommen werden kann, wieder allen offenstehen. Thomas Kirsten hat bei der sächsischen Sozialministerin Petra Köpping angefragt, ob diese Lösung tatsächlich mit der sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 30. Oktober konform geht. Derzeit wartet er noch auf eine Antwort aus dem Ministerium. "Bis dahin bleibt das Eis auf jeden Fall in der Halle."

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