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Geisinger entdecken ihren Sportplatz wieder

Corona mobilisierte neue Kräfte und Ideen. Doch es gibt Sorge, weil ein Teil des Areals zum Verkauf steht.

Die Geisinger Kinder jagen auf dem Fußballplatz wieder dem Ball hinterher. Lange war das Areal sich selbst überlassen, bis einige Enthusiasten hier Ordnung schafften.
Die Geisinger Kinder jagen auf dem Fußballplatz wieder dem Ball hinterher. Lange war das Areal sich selbst überlassen, bis einige Enthusiasten hier Ordnung schafften. © Egbert Kamprath

Viele Jahre war es um den Geisinger Sportplatz sehr ruhig. Fußball wurde hier schon seit vielen Jahren nicht mehr gespielt, nachdem während der geplanten Umgestaltung im Jahre 2009 das Geld knapp geworden war und nur ein Teil der geplanten Arbeiten ausgeführt werden konnte.

Eigentlich sollte der Platz nach den Plänen des Sportvereins um 90 Grad gedreht und neu aufgebaut werden. Doch mit dem Baustopp wurde es still am Fuße der Kohlhaukuppe. Maulwürfe, Mäuse, Gras und die ersten Bäume siedelten sich an. Geisings Fußballer wechselten nach Altenberg, um weiter spielen zu können.

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Fast hatte sich die Natur das Areal schon wieder einverleibt. Doch im vergangenen Jahr besannen sich einige Geisinger ihres früheren Sportplatzes am Ortsrand und legten ihn so frei, dass der Ball wieder rollen konnte. Jeden Freitag trifft sich inzwischen eine bunt gemischte Freizeitmannschaft zum gemeinsamen Kicken. Doch mittlerweile haben hier nicht nur die „Alten Herren“ ihren Spaß am Sport. „Wir haben kürzlich über das Netz das Angebot gemacht, dass jeden Mittwoch ab 17 Uhr auch Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren vorbeikommen können. Zehn waren gleich beim ersten Mal da“, erzählt Jan Langer, der im Ortschaftsrat mitarbeitet und sich auch der Steppkes angenommen hat.

Corona lenkt Blick auf Sport vor der Haustür

Noch wird der Sport in lockerer Form ohne Verein betrieben. Doch es gibt Ideen, die dem Areal am Fußballplatz noch deutlich mehr Leben einhauchen sollen. So hat Geising schon seit Längerem kein Volleyballfeld mehr. Das könnte zum Beispiel hier neu entstehen. Ein kleiner Spielplatz ist ebenso auf der Agenda. Auch andere Veranstaltungen wären auf dem abseits gelegenen Areal denkbar. Der bislang oft dafür genutzte Sportgarten in Nähe des Leitenhofes ist wegen seiner relativ zentralen und damit nicht so ruhigen Lage nicht der ideale Platz. Corona hat zudem gezeigt, wie Betätigungsmöglichkeiten vor der eigenen Haustür plötzlich an Bedeutung gewinnen können.

„Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, doch es gibt inzwischen schon viele Mitstreiter, die den Anfang gemacht haben und wieder etwas aufbauen wollen“, freut sich Jan Langer. Ob die Pläne in Zukunft aber auch umgesetzt werden können, hängt wesentlich von der Zukunft des früheren Vereinsheims neben dem Sportplatz ab. Jahrelang fristete das Gebäude mit den früheren Umkleideräumen für die Fußballer ein Dornröschendasein. Es war genauso vergessen wie die übrige Anlage. Doch bei der Stadt Altenberg gibt es jetzt Überlegungen, das Gebäude zu verkaufen.

Das könnte allerdings alle Ideen von einer Nutzung des Geländes für den Geisinger Sport zunichtemachen, denn es geht nicht nur um das Haus, sondern auch um ein größeres Stück Land, auf dem sich zum Teil der Fußballplatz, die Zufahrt dahin sowie ein Parkplatz befinden. Der Ortschaftsrat steht ablehnend zu diesem Vorhaben. Nach Meinung von Jan Langer habe man auch eine Verantwortung für kommende Generationen. „Ich wüsste in Geising kein weiteres Grundstück, was ähnlich nutzbar wäre. Verkauft ist schnell. Doch wir müssen auch an die möglichen Auswirkungen auf den Ort und seine Bewohner denken.“

So gibt es zum Beispiel Befürchtungen, dass der einzige Zugang zum verbleibenden Rest des Sportplatzes künftig gesperrt wird. Ganz von der Hand zu weisen sind solche Ängste nicht. Genau das ist nach dem Verkauf des ehemaligen Vorwerkes oberhalb des Skilifts passiert. Ein früher öffentlich genutzter Durchgangsweg zum Aschergraben endet jetzt an der Grenze zum Privatgrundstück. Außerdem sei für die sportlichen Pläne der gesamte Sportplatz nötig. Nur Teile davon böten nicht genügend Raum für alle Ideen.

Stadtrat Altenberg entscheidet über Verkauf

Es bliebe im wahrsten Sinne des Wortes nur eine kleine Spielwiese. Außerdem ist für die am Sportplatz engagierten Geisinger eine sinnvolle Nutzung des Areals ohne das Vereinsheim nur schwer vorstellbar. Es müsse vor Ort eine Möglichkeit geben, Sportgeräte oder auch Getränke oder Technik geschützt unterzubringen. Der bauliche Zustand hat zurzeit zwar Aufholbedarf, doch hier sehen die Sportenthusiasten auch eine Verantwortung bei der Stadt als Eigentümer. Die Hoffnungen liegen jetzt besonders beim Stadtrat, der letztendlich die Entscheidung zu treffen hat.

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