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Osterzgebirge: Heu sucht Pferdehof

Für das Osterzgebirge gibt es jetzt eine Heubörse im Internet. Für Besitzer artenreicher Bergwiesen kann sich damit die aufwendige Mahd besser auszahlen.

Das Heu aus den Heulager-Tagen, die die Grüne Liga regelmäßig im Bielatal veranstaltet, kann in Zukunft auch in der Heubörse landen.
Das Heu aus den Heulager-Tagen, die die Grüne Liga regelmäßig im Bielatal veranstaltet, kann in Zukunft auch in der Heubörse landen. © Egbert Kamprath

Die Naturschutzstation Osterzgebirge mit Sitz in Altenberg startet auf ihrer Internetseite mit einer Online-Heubörse. "Solche Heubörsen gibt es in Deutschland bereits – nun auch für unsere Region", schreibt Sina Klinger, Koordinatorin der Naturschutzstation, in einer Pressemitteilung.

Das Prinzip ist einfach: Heubesitzer können ihre Ausbeute bei "Angebote" eintragen, Heusuchende bei "Gesuche" ihre Wünsche hinterlassen. "Es geht um Bergwiesenheu, das zwischen Landwirten und Kunden vermittelt wird", schreibt Klinger.

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Heu in verschiedenen Kategorien

Neben dem ganz praktischen Nutzen haben die Mitarbeiter der Naturschutzstation das Ziel, die aufwendige Mahd der artenreichen Bergwiesen wirtschaftlich attraktiver zu machen: "Wir könnten uns beispielsweise die Pferdehöfe rund um Dresden als Abnehmer vorstellen", sagt der Heubörsen-Projektadministrator Ron Günther.

Die Anbieter können auf der Plattform ihr Heu in verschiedene Kategorien wie Zeitpunkt der Mahd, Artenreichtum oder Feuchtigkeit bei der Einfuhr einordnen. "Jeder macht seinen Preis selbst. Auch an der Kaufabwicklung sind wir nicht beteiligt", sagt Günther. Beschwerden würden sie jedoch nachgehen.

Wiesen in höheren Lagen sind noch nicht reif für die Mahd

Die Pflanzenarten auf den Wiesen in hohen Lagen stellen spezielle Ansprüche an Nährstoffe, Sonne und Feuchtigkeit. Die Mahd und anschließend die Entfernung des Heus ist wichtig, damit die Wiese nicht verbuscht und nicht zu viele Nährstoffe den Boden anreichern. Andererseits darf frühestens Mitte Juni gemäht werden, damit die Pflanzen noch Gelegenheit haben, ihren Samen zu verteilen.

Viele gut zahlende Abnehmer für das Heu sind ein Anreiz für die Wiesenbesitzer, sich dennoch diese Arbeit zu machen und ihre Wiesenflächen nicht einfach brach liegen zu lassen. Noch allerdings ist die Heubörse leer: "Geförderte Bergwiesen dürfen erst am 16. Juni gemäht werden", sagt Günther. "Aber in diesem kalten Frühjahr sind die Wiesen hier oben jetzt auch noch gar nicht so üppig." (sik)

Die Heubörse im Internet: www.naturschutzstation-osterzgebirge.de/heuboerse

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