merken
PLUS Dippoldiswalde

Die Herklotzmühle kämpft sich durch

Der Förderverein Herklotzmühle ist auf den Mühlentag als Einnahmequelle angewiesen. Andere Unterstützung gibt es nicht - auch wenn die nicht schwer wäre.

Matthias Herklotz am Sägegatter beim Mühlentag am Montag. Dreimal konnte er es vorführen.
Matthias Herklotz am Sägegatter beim Mühlentag am Montag. Dreimal konnte er es vorführen. © Stefan Herklotz

Das Konzept für die Öffnung zum Pfingstmontag hatte der Förderverein der Herklotzmühle schon in der Schublade: "Die Umstände waren letztes Jahr ja ganz ähnlich", sagt der Vereinsvorsitzende Matthias Herklotz.

Auch damals mussten die Vereinsmitglieder kurzfristig reagieren, als es doch möglich war, das Museum zu öffnen und einen Imbiss anzubieten - unter Einhaltung der umfangreichen Regeln aus der Corona-Schutzverordnung.

Einkaufen und Schenken
Nur einen Klick entfernt
Nur einen Klick entfernt

Hier erhalten Sie nützliche Tipps und die aktuellsten Neuigkeiten rund ums Thema Einkaufen und Geschenke aus Ihrer Region.

Manche Besucher mit Tränen in den Augen

Insofern war der Aufwand für die Öffnung in diesem Jahr schon fast Routine: "Sogar für eine mobile professionelle Teststation der Familie Rene Platz vom Covid-Schnelltest Dresden war gesorgt", sagt Herklotz. Über 300 Besucher kamen, schätzt der Verein.

Herklotz freut sich über die vielen lobenden Rückmeldungen: "Manche sagten uns mit Tränen in den Augen, wie schön ist es, wenn man sich - an der frischen Luft und mit Abstand - wieder ein frisch gezapftes Bier von der Rechenberger Brauerei oder eine Bratwurst von der Fleischerei Fischer aus Schönfeld über die Zunge gleiten lässt."

Historische Mühle mit Wurzeln im 16. Jahrhundert

Für viele ist der Pfingstmontag inzwischen fest verbunden mit einem Mühlenausflug. Und der Förderverein tat alles, um die historische Sägemühle zu einem lohnenswerten Ziel zu machen: "Da durch die gesetzliche Lage die Einnahme von Speisen und Getränken am Verkaufsort verboten war, wurde das Gelände vorher weiträumig gemäht, wodurch die Abstände mehr als notwendig eingehalten wurden", sagt Herklotz.

Schon im 16. Jahrhundert lässt sich eine Mühle dieser Stelle nachweisen. Die Geschichte der Herklotzmühle geht Elke Zichner in den "Kamingeschichten vom Mühlgeist" nach.
Schon im 16. Jahrhundert lässt sich eine Mühle dieser Stelle nachweisen. Die Geschichte der Herklotzmühle geht Elke Zichner in den "Kamingeschichten vom Mühlgeist" nach. © Frank Baldauf

Die Herklotzmühle tauchte bereits im 16. Jahrhundert in kursächsischen Kartenwerken auf. Herklotz' Vater Bernhard betrieb sie bis 1992 als Sägemüller. Seither dient sie als Museum - als ehrenamtlich geführtes.

Erhaltungsarbeiten nur mit Unterstützung möglich

Für die 30 Mitglieder des Fördervereins heißt das mehr als hin und wieder eine Führung anzubieten oder mal an der Kasse zu sitzen: "Allein für die Versicherungen zahlen wir jährlich 1.500 Euro, dazu kommen noch Wasser- und Stromrechnungen", sagt Herklotz.

Erhaltungsarbeiten gehen extra - wie jüngst der Ersatz für die morsche Holzbrücke über dem Mühlgraben. "Der Schmiedemeister Frank Leuteritz aus Börnchen hat uns gottseidank großzügig unterstützt", sagt Herklotz. Für seine Arbeit verlangte er nichts. Für die Stahlkonstruktion kam Schienenmaterial vom Mühlengelände zum Einsatz.

Bus fährt wie früher, hält aber nicht

Einnahmen hatte der Verein im vergangenen Jahr coronabedingt viel zu wenig. Auch die staatliche November-, Dezember- oder Januarhilfe sei keine Option gewesen: "Wir haben saisonal zwischen Mai und Oktober geöffnet", sagt Herklotz.

Um so mehr freut ihn, dass die Broschüre "Kamingeschichten vom Mühlengeist" von Vereinsmitglied Elke Zichner sich gut verkaufte. Auch der umleitungsbedingte Anschluss an die Buslinie 373 von Altenberg nach Rehefeld könnte eigentlich ein Vorteil sein. Denn die fährt nun wie die einstige Linie zwischen Rehefeld, Seyde, Oberpöbel und Kipsdorf, die bis zum Hochwasser 2002 existierte - mit Haltestelle an der Herklotzmühle.

"Ich habe mich schon an den RVSOE gewandt, ob der Bus wieder wie früher hier halten könnte, wenn er doch wieder hier langfährt", sagt Herklotz. Bis Oktober soll die Umleitung noch bestehen. Doch ein Halt sei nicht vorgesehen, habe man ihm gesagt.

Mehr Nachrichten aus den Regionen Altenberg und Dippoldiswalde lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde