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Kleines Fürstenwalde feiert großes Fest

Der Altenberger Ortsteil feiert am Wochenende sein 700-jähriges Bestehen - mit Feuerwehrvorführungen und Festumzug.

Von Egbert Kamprath
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Das Festzelt am Fürstenwalder Vereinshaus steht schon, Faschingspräsident Steve Lehmann legt noch letzte Hand an der Wimpelkette an.
Das Festzelt am Fürstenwalder Vereinshaus steht schon, Faschingspräsident Steve Lehmann legt noch letzte Hand an der Wimpelkette an. © Egbert Kamprath

Die Fürstenwalder putzen in dieser Woche ihren Ort heraus, denn es gibt einen Grund zum Feiern. Die kleine Gemeinde begeht beim Dorf- und Heimatfest vom 13. bis 16. Juni ihr 700-jähriges Jubiläum. Das Zelt am Vereinshaus steht bereits und an vielen Häusern flattern Wimpel. Zum Wochenende hin wird aber noch viel mehr Deko zur Ortsgeschichte dazu kommen.

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1324 zurück. Damals war es ein von Landwirtschaft geprägtes Waldhufendorf, von Bedeutung war aber auch der Abbau von Eisenerz. Die Geschichte der heutigen Hammerschänke am Ortseingang geht auf die Verarbeitung des gewonnenen Eisens zurück. Schon im 13. Jahrhundert stand an der Stelle der jetzigen Kirche eine Kapelle. Um 1500 wurde sie zur Dorfkirche erweitert und steht in ihrer heutigen Form seit 1606.

Mit Fürstenwalde eng verbunden ist der Name George Bähr. Der Erbauer der Dresdner Frauenkirche ist der größte Sohn des Dorfes und wurde 1666 hier geboren. Zwei Gedenksteine sowie eine kleine Ausstellung in der Hammerschänke erinnern an ihn.

Von Bedeutung war auch die Lage an der alten Poststraße zwischen Dresden und Teplitz. In der jüngeren Vergangenheit führte der Ort eher ein abgeschiedenes Dasein im Grenzgebiet. Der geplante Bau einer Hochwassertalsperre zu DDR-Zeiten führte zusätzlich zu Stillstand. Im Unterdorf war der Abriss mehrerer Gebäude geplant. Dazu kam es durch die Wende letztendlich nicht mehr. Zwischen 2001 und 2006 wurde zwar ein Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Doch das hatte keine Auswirkungen auf den Ort.

Und auch mit der abgeschiedenen Lage ist es seit 2006 vorbei. Bis zur neuen Autobahn A17 sind es nur wenige Fahrminuten. Für Leben im Dorf sorgen mehrere Vereine, vom Heimatverein über den Karnevalsklub, den Vereinshausverein, das DRK oder den Sportverein. Alle sorgen sie für das Gelingen des Jubiläumsfestes, das am Freitag 18 Uhr am Vereinshaus eröffnet wird.

Immer mit dabei sind auch die Kameraden der Feuerwehr. Sie nutzen die Gelegenheit und feiern 80+1 Jahre der Wehrgründung. Das wird natürlich auch beim Festprogramm eine Rolle spielen. So gibt es am Sonnabend ab 10 Uhr eine Schauübung der Bärensteiner Jugendfeuerwehr und ab 13 Uhr einen Feuerwehrwettkampf. Am Freitagabend steigt am Festplatz ein Sommernachthemdenball und am Sonnabend eine Party mit DJ Kupferniete und den Firebirds.

Höhepunkt wird sicher der große historische Festumzug durch das Dorf am Sonntag ab 13.30 Uhr sein, im Gefolge die Vereine des Ortes. Danach gibt es Kaffee und Kuchen im Festzelt mit den Schmiedeberger Musikanten und der Gottleubaer Schalmeienkapelle. Den Abschluss bilden ein Fackelumzug gegen 21 Uhr und ein Feuerwerk an der Festwiese. In der Region steht in diesem Monat noch ein zweites 700-jähriges Ortsjubiläum an. In zwei Wochen starten die Einwohner im benachbarten Fürstenau ihre Festwoche.