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Viel Platz zum Parken am Wildpark Geising

Der neue Parkplatz entschärft ein großes Problem. Genutzt wird er zurzeit allerdings fast gar nicht.

Viel Platz für wenig Leute: Am Dienstag war die Bauabnahme des neuen Parkplatzes am Wildpark.
Viel Platz für wenig Leute: Am Dienstag war die Bauabnahme des neuen Parkplatzes am Wildpark. © Egbert Kamprath

Seit den Neunzigerjahren in Planung, dann den ganzen Sommer über Baustelle und nun das: ganze sechs Autos stehen auf dem großen Parkplatz neben dem Wildpark Osterzgebirge verloren auf einer Fläche von einem dreiviertel Hektar. Platz wäre jetzt für 146. Doch wie so viele musste auch der Wildpark nach der Corona-Verordnung schließen. Außerdem ist der Himmel betongrau - kein Wanderer steuert den Geisingberg an.

Als Wanderparkplatz und als dringend nötige Erweiterung der früheren 46 Plätze des Tierparks ist das neue Areal mit seinen vielen neuen Plätzen gedacht. Am Dienstag kamen die Ausbau-Beteiligten zur Bauabnahme zusammen: Lars Kamenz und Doreen Hörcsöki vom Ingenieurbüro Kamenz aus Altenberg, das die Bauplanung übernommen hatte, dazu Eckart Fraustadt, der Geschäftsführer der Kleber-Heisserer Bau GmbH mit Sitz in Reinholdshain, Bauleiter Holger Mantel und Tierpark-Leiter Frank Gössel natürlich. 

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Altenberg muss nur 15 Prozent selbst bezahlen

Der frühere Bürgermeister von Geising hatte lange geplant, hier eine größere Parkfläche auszuweisen. Seit den Planungen zum Wildpark steht die Fläche nördlich davon zwischen Dresdner Straße und dem Roten Wasser bereits mit im B-Plan. Trotzdem musste zum Schluss alles ganz schnell gehen: "Am 27. April bekam ich den Bewilligungsbescheid für die Fördermittel, mit der Maßgabe, das Geld bis zum 31. Dezember abzurechnen", sagt Gössel. 

Ihm war es gelungen, aus dem Landesprogramm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur 85 Prozent der gesamten Baukosten als Fördermittel zu erhalten. Bei 367.200 Euro macht das 312.120 Euro, die nicht die Stadt Altenberg tragen muss, sondern die aus Bundes-Steuermitteln kommen. Die 55.180 Euro Eigenmittel stellte der Altenberger Stadtrat für 2020 in den Haushalt.

Neue Fläche Richtung Lauenstein

Sofort ins Auge fällt die gänzlich neu erschlossene Fläche im Norden Richtung Lauenstein, auf der vorher Bäume standen: "Die stand mit im B-Plan, sodass wir nichts umwidmen mussten", sagt Architektin Doreen Hörcsöki, die mit der Planung befasst war: "Überhaupt ging die Zusammenarbeit mit dem Bauamt in Dippoldiswalde schnell und freundlich." Denn auch der bisherige Parkplatz wurde ringsum mit neuen Parkreihen vergrößert: "Drei Behindertenparkplätze direkt am Weg zum Tierpark konnten wir auch anlegen", sagt Hörcsöki.     

Was allerdings nirgendwo stand, waren die Altlasten, die sich beim Abräumen der Erdmassen dort fanden. "Bauschutt und Überraschungen", sagt Gössel lachend: "aber wir konnten alles ordnungsgemäß entsorgen."  Mit einer anderen Herausforderung hatte Bauleiter Holger Mantel während der Bauarbeiten im Sommer zu kämpfen: "Im Frühling war alles geschlossen, aber danach wollten die Leute raus. Und als erstes ist ihnen immer der Tierpark eingefallen." Seine Aufgabe war es also: Bauen, ohne Platz wegzunehmen - die vorhandenen Parkplätze wurden dringend gebraucht. 

Wildpark als Erfolgsgeschichte

"Wir hatten schon zwei Abmahnungen von Flensburg", sagt Gössel über die schwierige Situation, in die der Wildpark mit wachsender Beliebtheit schon seit einiger Zeit geraten war. "Die Leute parkten ja auf der Straße, weil sie hier einfach nichts fanden." Dafür ist die Dresdner Straße als ganz normale Landstraße allerdings nicht ausgelegt. "Jetzt hat der Parkplatz sogar eine Beleuchtung", sagt Hörcsöki und weist auf die schlanken Lichtmasten hin. 

Der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten, der ebenfalls zur Bauabnahme kam und mit anstieß, spricht vom Wildpark als einer "Erfolgsgeschichte". Mittlerweile kämen 70.000 Besucher pro Jahr: "Ich kann mich noch erinnern, dass unsere Bergbau-Schauanlage vor der Wende um die 90.000 Besucher verzeichnete. Jetzt sind es 30.000", sagt er zum Vergleich. 

Kinder finanzieren Steinkauz-Gehege

Der Wildpark ist also ein wesentlicher Eckpfeiler für die Tourismuswirtschaft im ganzen Raum Altenberg. "Um so mehr wünsche ich mir Unterstützung vom Freistaat", sagt Kirsten. "Die Tiere müssen weiter jeden Tag ihr Futter kriegen, die Mitarbeiter bezahlt werden."  Gössel gelingt es eigentlich jedes Jahr, die 264.000 Euro, die der Wildpark braucht, über Eintrittsgelder und Spenden zu erwirtschaften. "Aber dieses Jahr wird es schwer", sagt er. 

Finanzielle Hilfen bekommt er von Tierpaten und Firmen. "Damit klappt der Werterhalt", sagt Gössel. Es gibt aber auch Hilfen ganz praktischer Art. "Die Agrargenossenschaften Liebenau und Jonsbach liefern uns Heu- und Strohballen", sagt er. Manche Supermärkte aus der Gegend schicken das Obst, was nicht verkauft wird.  

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Das neue Gehege für den Steinkauz haben Kinder finanziert: "Wir sind in dem Sparkassenprogramm Roter Kompass", sagt Gössel. Das Programm wirbt damit, dass die Sparkasse für jeden gesparten Euro auf einem Kinderkonto einen Cent für ein Tierprojekt spendet - welches, können die Kinder aussuchen. "So haben wir 2.300 Euro bekommen, mehr als der Dresdner Zoo", sagt Gössel nicht ohne Stolz.

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