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Pflegeheim Bärenstein nach Corona

Für die Bewohner zieht langsam wieder Normalität ein - die meisten sind geimpft. Tests gehören bei den Angestellten zur Tagesordnung.

Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenpflegeheims Bärenstein sind jetzt geimpft.
Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenpflegeheims Bärenstein sind jetzt geimpft. © Egbert Kamprath

Der Speisesaal ist wieder offen für die Bewohner des Pflegeheims Pro Civitate in Bärenstein. "Wir haben wieder so etwas wie ein Gemeindeleben", sagt Falk Engelhardt, der die Einrichtung leitet. Natürlich mit FFP2-Masken für alle und Handhygiene an jeder Ecke, "aber die Schwestern müssen sich nicht mehr komplett einmummeln."

Mit "Einmummeln" meint er die Schutzanzüge und Hauben, die das Pflegepersonal neben der Maske tragen musste, nachdem Corona in der ersten Dezemberwoche im Heim ausgebrochen war.

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Schreckliche Zeit im Dezember

"Das war eine schreckliche Zeit. Wir haben gute Mitarbeiter, aber im Dezember kamen alle an ihre körperlichen und psychischen Grenzen", sagt Heimleiter Engelhardt heute. Die kranken Bewohner mussten isoliert werden, die Gesunden konnten sich ebenfalls nicht mehr frei bewegen.

Der Grund für die verminderten Vorsichtsmaßnahmen jetzt: Am 21. Januar bekamen die Bewohner des Heimes und das Personal ihre erste Impfung gegen Corona: "Es besteht keine Impfpflicht, aber alle, die wollten, bekamen sie", sagt Engelhardt.

Nur wenige verzichten auf die Impfung

Sein Heim ist eine kleine Einrichtung mit 60 Bewohnern: "Davon haben nur drei auf die Impfung verzichtet." Von den 47 Beschäftigten des Heimes ließen sich circa 75 Prozent impfen. Nicht geimpft wurden diejenigen, die bereits Corona hatten: "Laut Robert-Koch-Institut haben sie zunächst einen gewissen Schutz", sagt Engelhart: "aber wir haben alle Betroffenen für einen Termin im März angemeldet."

Um sicher zu gehen, werden alle Mitarbeiter wöchentlich beprobt, die aus Tschechien einpendeln, sogar zweimal wöchentlich, sagt Engelhardt. Auch die Besucher der Heimbewohner müssen sich testen lassen: "Das ist gar nicht so einfach und kostet die Fachkraft, die den Schnelltest durchführt, jedes mal eine Viertelstunde", sagt Engelhardt. Denn auch dabei gilt: Schutzkittel an, Test durchführen, Schutzkittel aus. "Deshalb müssen sich Besucher jetzt 24 Stunden vorher anmelden."

Inzwischen zahlt der Bund die die Schnelltests

Die entsprechende Allgemeinverfügung, die diese Schnelltests für Personal und Besucher eines Pflegeheims zwingend anordnet, erließ das Landratsamt Pirna am 7. Dezember. Zu diesem Zeitpunkt grassierte das Virus bereits in 40 Pflegeeinrichtungen. Noch am 3. November beschied das Landratsamt: "Für das Pflegepersonal von Altersheimen und Pflegeheime gibt es keinen erleichterten Zugang zu kassenbezahlten Coronatests."

Immerhin: Inzwischen bekommen Angestellte und Besucher gleichermaßen die Schnelltests gestellt. Die Kosten übernimmt der Bund. Nun kämpften allerdings die Bewohner im Advita-Haus "Glück auf" in Altenberg mit Corona.

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