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Kein Pyramidenanschub in Fürstenau

Das Ehepaar Julia und Klaus-Michael Stephan stellen ihre große Pyramide vor der alten Schule in Fürstenau auf - dieses Jahr ohne Fest.

Klaus-Michael Stephan hat die Pyramide in Fürstenau bereits aufgestellt.
Klaus-Michael Stephan hat die Pyramide in Fürstenau bereits aufgestellt. © Egbert Kamprath

Seit zwölf Jahren holen Julia und Klaus-Michael Stephan in der Vorweihnachtszeit die große Pyramide herunter und stellen sie vor dem Haus auf. "Das war ja mal die alte Schule hier", sagt Julia Stephan: "Da hat sie einen guten Platz im Dorf."

Auch dieses Jahr steht die viereinhalb Meter hohe Pyramide bereits. Doch auf eine liebgewordene Tradition verzichten die Stephans: "Es wird kein Pyramidenanschieben am Ersten Advent geben", sagt Julia Stephan: "Wegen Corona könnten wir das nicht verantworten. Im letzten Jahr kamen ja fast hundert Leute zusammen."

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Ausstellung von Klaus-Michael Stephan in Dresden

Die Stephans sind Bildhauer, sie lernten sich in den siebziger Jahren beim Studium an der Dresdner Kunsthochschule kennen. Später lehrte Klaus-Michael Stephan dort bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2006 als Professor. Aktuell zeigt die Städtische Galerie in Dresden seine Holzskulpturen - große Figuren, Tiere und Menschen, eher behauen als geschnitzt, bemaltes, poliertes und rohes Holz. Zur Zeit ist natürlich auch die Galerie geschlossen, deshalb wurde der Ausstellungszeitraum bis zum 21. Februar 2021 verlängert.

Die Pyramide hat Klaus-Michael Stephan natürlich ebenfalls selbst gefertigt, mit sorgfältig ausgeformten und bemalten Figuren, wie es im Erzgebirge Brauch ist: "Erst waren es nur Maria und Joseph, aber jedes Jahr ist was dazugekommen: die Heiligen Drei Könige, die Tiere", sagt Julia Stephan. Das alte Schulgebäude in Fürstenau hatte das Paar 2002 erworben, weil sie darin im Erdgeschoss genügend Platz für ihre Ateliers fanden: "Seitdem pendeln wir zwischen Dresden und Fürstenau - die halbe Woche hier, die andere dort."

Pyramide dreht sich trotzdem

Über die Jahre wurde das Anschieben der Pyramide am Ersten Advent zu einem immer größeren Ereignis: "Wir haben dann Erbsensuppe gekocht und in unseren Atelierräumen zusammen mit Glühwein ausgeschenkt." Bis nach Dresden hatte sich das Ereignis herumgesprochen, die Besucher wurden immer mehr.

"Wir haben uns immer auf das Anschieben gefreut und gerne alle bewirtet", sagt Julia Stephan, "aber dieses Jahr ist es leider nicht möglich." Die Pyramide wird sich trotzdem drehen: "Immer, wenn wir da sind, werden wir sie auch anschalten."

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