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Passt moderne Architektur nach Rehefeld?

Drei moderne Wohnhäuser an der Grenzstraße sorgten für Unmut bei den Rehefeldern. Eine Gestaltungssatzung planen sie jedoch nicht.

An der Grenzstraße in Rehefeld stehen drei neue Häuser anstelle eines alten Ferienheims. Im Vorfeld gab es Ärger deswegen - und jetzt?
An der Grenzstraße in Rehefeld stehen drei neue Häuser anstelle eines alten Ferienheims. Im Vorfeld gab es Ärger deswegen - und jetzt? © Egbert Kamprath

Inzwischen sind die drei modernen Wohn- oder Ferienhäuser in Rehefeld fast fertig. Ein Investor aus Dresden ließ sie anstelle des leerstehenden Betriebsferienheims bauen, dass einst zu Möplü, den VEB Möbelstoff- und Plüschwerken, gehörte.

Als die Bauaufsicht des Landratsamtes Pirna Ende 2019 Abriss und Neubau am Grenzweg genehmigte, schlugen die Wogen hoch in Rehefeld: Zu modern erschien der Entwurf. Die Rehefelder sammelten Unterschriften gegen das Vorhaben, machten beim Landrat Michael Geisler eine Eingabe und arbeiteten eine Gestaltungssatzung aus.

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Kompromisse mit den Nachbarn gefunden

"Sie wurde allerdings vom Stadtrat Altenberg abgelehnt", sagt die Rehefelder Ortsvorsteherin Tina Sandmann. Ohnehin hätte sie im Fall der drei neuen Häuser nichts mehr genutzt - eine Gestaltungssatzung muss schon existieren, wenn der Bauantrag eingereicht wird. "Wir haben letztlich viele Gespräche geführt und ein paar Kompromisse erzielt. Damit konnten wir die Nachbarn befrieden", sagt Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten.

Das Möplü-Betriebsferienheim stand vorher an der Stelle der drei Häuser. Seit 1992 stand es leer.
Das Möplü-Betriebsferienheim stand vorher an der Stelle der drei Häuser. Seit 1992 stand es leer. © Frank Baldauf

Was gehört in eine Gestaltungssatzung?

Eine Gestaltungssatzung könnte jetzt immer noch bei zukünftigen Bauvorhaben eine Form vorgeben. "Doch wir haben uns im Ortschaftsrat darüber verständigt, dass wir in dieser Legislaturperiode das Thema nicht noch einmal angehen", sagt Tina Sandmann. Bis 2024 also.

"Wenn man einmal anfängt, wird es auch immer schwieriger zu klären, was in eine Gestaltungssatzung gehören soll", sagt Sandmann. Das steinerne Untergeschoss und die Holzverkleidung des Obergeschosses beispielsweise sei typisch für die Rehefelder Häuser: "Aber es gibt auch die alten FDGB-Ferienheime, die nicht so gebaut wurden." Auch Flachdächer wie bei den drei neuen Häusern lassen sich bereits finden.

Lieber neue Häuser als Verfall

"Material, Dacheindeckung, Fenstermaße - das wird schnell reglementierend", sagt auch Bürgermeister Kirsten. Früher waren die Fenster im Erzgebirge vor allem deshalb so klein, weil sie kaum Wärme dämmten. Inzwischen ist das kein Thema mehr - warum also immer noch dunklen Räume in Kauf nehmen?

Von den 22 Ortschaften, die zur Stadt Altenberg gehören, verfügen Oberbärenburg, Waldidylle und Falkenhain über eine Gestaltungssatzung. "Die sind alle schon vor langer Zeit entstanden", sagt Tina Sandmann. Jetzt wären die Verfahren bis zu solch einer Satzung ungleich komplizierter.

Die Ortsvorsteherin hat zudem eine klare Meinung zu den drei Neubauten: "Persönlich sind mir drei neue Wohnhäuser sehr viel lieber als alte Gebäude, die rettungslos vor sich hin verfallen."

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