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Landschaft und Leckereien in einer Tour

Die Artour lockte am Sonntag 700 Radfahrer ins Osterzgebirge. Unterwegs gab es regionale Bissen am Wegesrand - und einen lustigen Tombola-Zufall.

Andreas und Mercedes Werner aus Kreischa unterwegs mit den Enkeln Louis und Carlos die haben Hochwaldstraße bei Oberfrauendorf erreicht.
Andreas und Mercedes Werner aus Kreischa unterwegs mit den Enkeln Louis und Carlos die haben Hochwaldstraße bei Oberfrauendorf erreicht. © Egbert Kamprath

Die Motivation wird am Sonntagmorgen kurz auf die Probe gestellt: Gegen 9 Uhr liegt der Startpunkt der "Artour" beim Fahrrad XXL an der Dresdner Dohnaer Straße grau im Nebel. Und noch dazu wird die Radtour, die Stephanie Pohl von Pohlevents seit 15 Jahren organisiert, erst einmal immer nur bergauf führen: Die längste Route reicht 50 Kilometer ins Osterzgebirge bis nach Altenberg, 1.500 Höhenmeter kann der Tacho zum Schluss anzeigen. Wer tut sich das an?

"Fast 700 Radfahrer haben sich dieses Jahr angemeldet", sagt Stephanie Pohl. Und schon bei Kreischa ist der Nebel im Elbtal zurückgeblieben. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, die Sicht reicht weit in die Landschaft - bestes Radwetter!

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Hochbetrieb bei den Streckenposten

Eine Stunde später herrscht Hochbetrieb am Streckenposten an der Hochwaldstraße hinter Oberfrauendorf. Sechs Helfer bestücken das Buffet mit Frischkäse-Broten, Gurken und Tomaten, Oppacher Saftschorlen und Aroniawein. "Der Frischkäse kommt von Schröter Feinkost aus Thiendorf", sagt Veronika Zeitler, die zum zehnten Mal das Buffet am Streckenposten befüllt. "Das macht einfach Spaß hier, es ist eine schöne Stimmung", sagt sie.

Am Oberfrauendorfer Streckenposten füllt Helferin Veronika Zeidler die Becher mit Aroniasaft und Aroniawein aus Dresden auf.
Am Oberfrauendorfer Streckenposten füllt Helferin Veronika Zeidler die Becher mit Aroniasaft und Aroniawein aus Dresden auf. © Egbert Kamprath

Brote, Zwiebelkuchen und Kuchen aus der Dresdner Biobäckerei Bucheckerchen, Aroniasaft von Aronia Original aus Klipphausen, Bier von der Meißner Schwerter-Brauerei, der äußerst leckere Frischkäse aus Thiendorf - an jedem Streckenposten können die Radfahrer etwas Neues ausprobieren. "Komm, wir fahren noch nach Hirschsprung", sagt Andreas Werner zu seinem Enkel Carlos: "Dort gibt's die Bratwürste."

Erst Radtour bis Hirschsprung, dann Jahrmarkt in Kreischa

Carlos' Minirad ist am E-Bike seines Opas befestigt: "Sonst wäre das auch ein bisschen fies hier", sagt Oma Mercedes Werner. Schließlich geht die Strecke zwischen Kreischa und Oberfrauendorf schwer in die Beine, besonders steil ist der letzte Abschnitt vor der Hochwaldstraße.

Die Tour gehört zum Ferienprogramm für die beiden Enkel aus München. Sie haben fast ihre ganzen Sommerferien in Kreischa verbracht, eine Woche haben sie noch. "Helm auf, jetzt geht's in den Wald", ruft Andreas Werner. Schließlich steht nachmittags noch der Jahrmarkt in Kreischa auf dem Plan.

Elfjähriger schafft die 65-Kilometer-Tour mit Beinkraft

Der elfjährige Bent ist derweil frustriert: Seine Zeit- und Streckenmesseruhr hat sich einfach abgeschaltet, dabei wollte er doch seine Leistung bei der 65-Kilometer-Runde messen. Im Unterschied zu vielen anderen bewältigt er sämtliche Steigungen ohne die Antriebshilfe eines E-Motors. Dafür ist er allerdings trainiert: Den Radsport betreibt er beim SSV Heidenau. Seit der Verein keine eigene Radtourenfahrt mehr organisiert, unterstützt er Stephanie Pohl bei der Artour.

Bents Patenonkel ist derweil froh, dass ihm der mobile Reparaturservice wieder Luft in die Reifen gefüllt hat. "Aber ihm fahren wir trotzdem nur hinterher", sagt er mit Blick auf sein Patenkind.

An der Artour-Verpflegungsstation an der Hochwaldstraße bei Oberfrauendorf geht Bent die nächste Etappe nach Hirschsprung an. Die Tour über 65 Kilometer ist die zweitlängste, darüber gibt es nur die 100-Kilometer-Tour nach Altenberg.
An der Artour-Verpflegungsstation an der Hochwaldstraße bei Oberfrauendorf geht Bent die nächste Etappe nach Hirschsprung an. Die Tour über 65 Kilometer ist die zweitlängste, darüber gibt es nur die 100-Kilometer-Tour nach Altenberg. © Egbert Kamprath

"Bei der Artour geht es um Gemeinschaft, darum, bekannte Gesichter wiederzusehen", sagt Dirk Grüneberg, der wie so viele hier schon seit Jahren mitfährt. "Sie ist immer super organisiert und ein guter Anlass, mal in die Berge zu fahren." Auch er empfiehlt noch die Bratwürste an der Ladenmühle. Also auf nach Hirschsprung!

Ladenmühle sorgt für Bratwurst und Überraschung

"Circa 300 Würste habe ich heute schon ausgeteilt", sagt Jörg Müller vor der Ladenmühle. "Jetzt ist ungefähr Halbzeit." Seit einem reichlichen Jahr ist er der Küchenchef der Ladenmühle. Die Artour erlebt er zum ersten Mal. Doch mit der Tradition, Thüringer Bratwürste auf den Grill zu legen, hat er nicht gebrochen. "Obwohl fränkische auch gar nicht schlecht sind", sagt der Franke noch verschmitzt.

Küchenchef Jörg Müller am beliebten Bratwurststand an der Ladenmühle in Hirschsprung.
Küchenchef Jörg Müller am beliebten Bratwurststand an der Ladenmühle in Hirschsprung. © Egbert Kamprath

Der Inhaber der Ladenmühle Christoph Gröger unterstützt die Artour, seit Stephanie Pohl vor 15 Jahren anfing, sie zu organisieren. "Er stellt alle Bratwürste und einen Preis für die Tombola", sagt Stephanie Pohl. Als am Ende der Tour die Preise ausgelost werden, hat das Übernachtungs-Wochenende in der Ladenmühle für besonderen Jubel gesorgt: "Ein Junge hat es gewonnen", berichtet Pohl: "und sein Opa gewann letztes Jahr den gleichen Preis." Wegen Corona ist der noch nicht eingelöst worden: "Da wollen sie jetzt ein gemeinsames Wochenende draus machen."

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