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Der Aufwand mit dem Impfbus

Die Altenberger Stadtverwaltung bekommt viel Lob für die reibungslosen Abläufe beim Impfen. Dafür sorgte auch der große Einsatz von Ehrenamtlichen.

Hier impft Ärztin Stephanie Boden Anny Fraulob aus Altenberg. Viele Einwohner der Kommune Altenberg waren erleichtert, den Impfbus im Europark nutzen zu können.
Hier impft Ärztin Stephanie Boden Anny Fraulob aus Altenberg. Viele Einwohner der Kommune Altenberg waren erleichtert, den Impfbus im Europark nutzen zu können. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Erleichterung war enorm: Vom 7. bis 10. April machte das Impfmobil des DRK nach dreimaligem Anlauf in Altenberg halt. Bürgermeister Thomas Kirsten hatte sich mehrfach dafür eingesetzt.

"Nun konnten wir die einmalige Gelegenheit zur Erst-und Zweitimpfung vor Ort nutzen", schreiben Jürgen und Waltraud Dietrich in einem Leserbrief an die Sächsische Zeitung. "Die Organisation und Durchführung der Impfung waren vorbildlich." Dank dieser Initiative sei den Senioren die umständliche Anmeldung und der Weg nach Pirna erspart geblieben. "Auf diesem Weg möchten wir Herrn Kirsten und seinem Team der Stadtverwaltung sowie der Feuerwehr herzlich danken", schreibt das Ehepaar Dietrich.

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Bernd Greif, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Osterzgebirge, nutzte die Stadtratssitzung am Montag, um sich für die Initiative der Stadtverwaltung für den Impfbus zu bedanken: "Auch ich habe die Möglichkeit zum Impfen genutzt. Das war alles ganz toll organisiert."

Viel Organisatorisches im Hintergrund

Der reibungslose Ablauf der vier Impftage war tatsächlich kein Selbstläufer. Den Impfbus mit den Impfdosen stellt zwar der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, und die Kassenärztliche Vereinigung sorgt für das Impfteam. Doch für die Altenberger Stadtverwaltung blieb genügend Arbeit übrig. "Insgesamt steuerten wir noch 15 Personen für die Abläufe bei, die insgesamt 100 Stunden ehrenamtliche Arbeit erledigten", sagt Bürgermeister Thomas Kirsten.

Pro Tag konnten 150 Dosen von Biontech verimpft werden. "Wir bekamen alle 600 Termine voll und hatten dazu noch Ersatzlisten erstellt, um eventuelle Ausfälle gleich nachbesetzen zu können", sagt Kirsten. Schon vorher hatte er sich zusammen mit Markus Wiesenberg vom Altenberger Bürgerbüro, der bereits das Testzentrum an der Grenzanlage organisierte, die Impfbus-Abläufe in Bannewitz angeschaut.

Ehrenamtliche Helfer als "Impf-Reiseleiter"

Berechtigt waren alle Altenberger Einwohner über 70 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen, pflegende Angehörige und bestimmte Berufsgruppen, beispielsweise die Polizei. Bei ihrem Termin wurden sie zuerst zur Registrierung in Empfang genommen. "Dann begleitete sie Andreas Fromm wie ein formvollendeter Reiseleiter zur Weißkaue", sagt Kirsten. "Eigentlich ist er bei uns Museumsmitarbeiter." In diesem ehemaligen Umkleideraum der Bergmänner bekamen die Wartenden eine Nummer, während das DRK ihre Chipkarte einlas und den Anamnesebogen kontrollierten.

Das Team vom Altenberger Impfbus: Marco Möller erledigte den Papierkram, Cornelia Rotter, Juliane Pohl halfen als medizinische Fachangestelle und Ärztin Stephanie Boden nahm die Impfungen vor,
Das Team vom Altenberger Impfbus: Marco Möller erledigte den Papierkram, Cornelia Rotter, Juliane Pohl halfen als medizinische Fachangestelle und Ärztin Stephanie Boden nahm die Impfungen vor, © Karl-Ludwig Oberthür

Den nächsten Teil, die Begleitung zum Impfbus, übernahmen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus Schellerhau, Falkenhain und Altenberg. Neben dem eigentlichen Impfen durch die Ärzte erledigte dort Marko Möller den dazugehörigen Schriftverkehr.

Letzte Warteviertelstunde in der Schwarzkaue

"Zum Schluss blieben die Geimpften noch eine Viertelstunde in der Schwarzkaue zur Beobachtung, wieder begleitet von Feuerwehrleuten", zählt Kirsten den letzten Schritt in der zweiten ehemaligen Bergmanns-Umkleide des Europarks auf.

Weil alle Impfberechtigten pünktlich zu ihren Terminen kamen und ihre Unterlagen bis auf wenige Missgeschicke gut beisammen hatten, sei die Stimmung ganz entspannt gewesen.

Impfbus ist eine Sonderleistung des DRK

Wenn Kommunen wie Altenberg den Impfbus vom DRK-Kreisverband Pirna quasi buchen wollen, gilt das als Sonderleistung, die die Kommunen zum Teil auch bezahlen müssen. "Außerdem haben sich die DRK-Mitarbeiter die Infrastruktur und die Räumlichkeiten vor Ort angeschaut und mit uns den Ablauf besprochen."

Nicht nur die direkte Hilfe der Ehrenamtlichen vor Ort ist dafür nötig, sondern auch Vorbereitungen wie Stromversorgung und Absperrungen vom Bauhof und von der Projektgesellschaft des Europarks, die sich beispielsweise auch um die Sauberkeit der Toiletten kümmerte. Zudem habe die Rehaklinik Raupennest ebenfalls zwei Ärzte und Schwestern zur Verfügung gestellt.

Alternative wäre Impfzentrum in Pirna gewesen

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"Die Alternative wäre das Impfzentrum in Pirna", sagt Kirsten. Doch gerade für die Impfgruppe der Über-70-Jährigen ist das Terminvergabesystem dafür sehr kompliziert, dazu kommt die umständliche Anreise. Es sei ein "großes Glück", sich in Altenberg impfen lassen zu können, hatte auch Bernd Greif vergangene Woche oft gehört.

Am 5. Mai geht es mit der Zweitimpfung weiter: "Für alle gilt: gleicher Tag, gleiche Uhrzeit", sagt Kirsten.

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