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Wo bleibt das neue Feuerwehrhaus für Löwenhain?

Das alte Feuerwehrhaus ist weg, die Fördermittel fürs neue sind da. Doch ein unvorhergesehener Einwand verzögert und verteuert den Baustart.

Das Kreuz steht an der Stelle, wo das alte Feuerwehrhaus stand. Das neue lässt lange auf sich warten.
Das Kreuz steht an der Stelle, wo das alte Feuerwehrhaus stand. Das neue lässt lange auf sich warten. © Egbert Kamprath

Das Feuerwehrhaus von Löwenhain stand an der Dorfstraße schräg unterhalb der alten Schule. Seit Juni erinnert nur noch ein Holzkreuz daran. Die alte Fahrzeughalle wurde abgerissen.

Das Löwenhainer Feuerwehrauto ist erst einmal in Fürstenau untergekommen - unter dem Schutzdach des Fuhrparks von Bauunternehmer Gerd Müller. Doch wie lange soll es dort bleiben?

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Den Bauantrag für ein neues, mit 155 Quadratmetern Grundfläche dreimal so großes Feuerwehrfahrzeughalle stellte die Altenberger Stadtverwaltung bereits am 1. August 2019. "Damals hatte unser Sachgebiet Feuerwehrwesen eine Bausumme von 230.000 Euro ermittelt und im März einen entsprechenden Fördermittelantrag über 130.000 Euro gestellt", sagt der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler). Die restlichen 100.000 Euro wollte Altenberg beisteuern. Der Zuwendungsbescheid kam im September 2019.

Haus musste gedreht werden

Womit damals keiner rechnete, war ein Einwand der unteren Denkmalschutzbehörde: Der ursprünglich geplante Neubau würde die Sicht auf die alte Schule verstellen. "Wir mussten das Haus also von der Dorfstraße in Richtung Schule drehen und die Ausfahrt auf die rechte Seite verlegen", sagt Kirsten.

Was auf dem Papier nicht allzu kompliziert aussieht, sorgt in der Praxis für Verzögerungen und höhere Kosten: "Für die neue Ausfahrt war Grunderwerb nötig", sagt Kirsten. Zwar habe der Eigentümer die circa zwölf Quadratmeter dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung gestellt, "aber eine Überschreibung im Grundbuch ist dennoch nötig."

Umplanung wegen Denkmalschutz verursacht Kosten

Gravierender sind allerdings einige bauliche Notwendigkeiten, die sich daraus ergeben: "Bei der neuen Ausfahrt gibt es einen Bachdurchlauf, deshalb ist der Untergrund weniger stabil", sagt Kirsten. Die Ausfahrt muss also entsprechend ertüchtigt werden.

"Mit allen Veränderungen kostet die Feuerwehrfahrzeughalle nun 330.000 Euro, das hat aber nichts mit steigenden Baupreisen zu tun", sagt Kirsten. Da die Fördermittel bereits bewilligt wurden, muss die Stadt Altenberg die 100.000 Euro mehr allein tragen.

So soll das neue Haus von der Dorfstraße her aussehen. Die neue Einfahrt liegt dort, wo das Auto steht.
So soll das neue Haus von der Dorfstraße her aussehen. Die neue Einfahrt liegt dort, wo das Auto steht. © Visualisierung: FW
Seit dem Abriss des Gerätehauses in Löwenhain steht das örtliche Feuerwehrauto bei einem Bauunternehmen in Fürstenau.
Seit dem Abriss des Gerätehauses in Löwenhain steht das örtliche Feuerwehrauto bei einem Bauunternehmen in Fürstenau. © Egbert Kamprath

Firma aus Olbernhau mit Bau beauftragt

Als Anfang August 2020 die Baugenehmigung erteilt wurde, schrieb die Stadt im September den Bau der Fahrzeughalle aus, "aber wir bekamen kein Angebot", sagt Kirsten. Auch nicht nach der zweiten Ausschreibung im März 2021. Erst nach dem dritten Versuch im Mai 2021 meldeten sich vier Unternehmen.

"Weil wir die Fördermittel Ende Dezember 2021 abrechnen müssen, haben wir den Auftrag dann in einem Eilverfahren an die Firma Stahlbau Heimann aus Olbernhau vergeben", sagt Kirsten. Deren Angebot, die Halle für rund 147.000 Euro zu erreichten, lag nahezu 100.000 Euro unter den anderen.

© SZ Grafik

"Weitere Kosten entstehen uns beispielsweise durch die Verlegung der Wasseranschlüsse, den Trockenbau oder das Gerüst", sagt Kirsten. Er hofft jetzt, "das das Ding im Herbst steht" und versteht auch die Ungeduld der Löwenhainer Feuerwehr: "Das hat sich zu einer langwierigen Sache entwickelt, aber ich gehe davon aus, dass die Gewerke im Herbst mit dem Innenausbau beginnen können", sagt er. Nächstes Jahr sollte das Löwenhainer Feuerwehrfahrzeug jedenfalls wieder in der heimischen Halle stehen können.

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