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Alternativen zu Plastik

Fast 18 Kilogramm Joghurt isst jeder Deutsche im Jahr. Das Problem: Jede einzelne Portion ist in einem Plastikbecher verpackt. Forscher suchen die Alternative.

Feinste Falten sind Dr. Marek Hauptmanns Becher-Geheimnis.
Feinste Falten sind Dr. Marek Hauptmanns Becher-Geheimnis.

Joghurt aus dem Pappbecher löffeln

Viele Millionen Stück davon landen jeden Tag im Müll. Geht es auch ohne Kunststoff? Dr. Marek Hauptmann forscht am Institut für Naturstofftechnik der TU Dresden an einer Alternative: Er will Karton verwenden. „Das Problem war allerdings die Formgebung“, erklärt er. Denn Papier neigt beim Bearbeiten dazu, schnell Falten zu bilden oder gar zu reißen. Der Ingenieur hat jedoch ein Verfahren für die 3D-Umformung entwickelt, das am Ende einen stabilen Becher produziert.

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Der zugeschnittene Karton wird dafür in einer Maschine festgehalten, ein Stempel zieht ihn dann in die Form. Nur beim richtigen Verhältnis von Wärme, Druck und Zugkraft entstehen so die mikrofeinen Falten, die den Becher stabil werden lassen. „Wir müssen jetzt noch einen organischen Kunststoff finden, den wir als Dampflösung in den Becher sprühen können“, erklärt Hauptmann. Das soll für sterile Verhältnisse im Pappbehälter sorgen. In spätestens zwei Jahren, so hofft der Wissenschaftler, könnten die ersten Maschinen in der Industrie angewendet werden. (jam)

Bücherregale aus Pappel-Holz

Kennt sich mit Pappel aus – TUD-Forscher Dr. Matthias Meyer.
Kennt sich mit Pappel aus – TUD-Forscher Dr. Matthias Meyer.

Gerade erst war Dr. Matthias Meyer wieder in der Slowakei. Nicht im Urlaub, sondern um sich Bäume anzuschauen. Pappeln. Auf denen ruhen die Hoffnungen eines EU-Projekts, das an der TU Dresden seit zwei Jahren von Norbert Weber, Professor für Forstpolitik, koordiniert wird. Es geht um Biomasse aus Holz, um große Pappel-Plantagen und leichtere Möbel. Im Projekt „Dendromass4Europe“ werden Wege gefunden, wie Pappeln in Mitteleuropa effektiv angebaut werden können. Auf Flächen, die wegen schlechter Bodenqualität für die Landwirtschaft nicht mehr geeignet sind. „1 200 Hektar von geplanten 2 500 sind schon angelegt“, sagt Meyer, Technical Manager des Projekts. 

Die Pappeln wachsen schnell. Die erste Ernte soll bereits im nächsten Jahr erfolgen. Aus der Holzbiomasse werden neue Produkte entwickelt. Aus den Spänen macht Ikea Industry Slowakei Platten für die Möbelherstellung. Aus der Rinde sollen im Werk von Pulpack in Polen Verpackungen entstehen und bei Energochemica in der Slowakei rindenhaltige Terrassenplatten gepresst werden. Ein Granulat von Energochemica aus Rinde, Holz und Kunststoff kann in der Autoindustrie verwendet werden. Bis 2022 wollen die TUD-Forscher herausfinden, welche Pappelsorten wo am besten wachsen. Die Ergebnisse sind nicht nur für Mitteleuropa relevant. (jam)

 www.dendromass4europe.eu

Forscher bringt Menschen auf die Palme

Aus dem großen Palmblatt macht René Kleinert Besteck. 
Aus dem großen Palmblatt macht René Kleinert Besteck. 

An der Imbissbude isst das schlechte Gewissen mit. Zum Schnitzel mit Pommes gibt es dort Messer und Gabel aus Plastik. Nur einmal benutzt, wandern sie in den Müll. René Kleinert, Mitarbeiter an der Professur für Holztechnik und Faserwerkstofftechnik der TU Dresden, löffelt da lieber mit Palme. In Südostasien werden Arekapalmen zur Kultivierung der Betelnüsse angebaut. Aber auch die Blätter sind nützlich: Das Unternehmen Bionatic aus Bremen lässt schon seit Längerem daraus in Indien Essgeschirr herstellen. Als abbaubare Alternative zu Plastiktellern. „Bionatic ist mit der Idee an uns herangetreten, auch Besteck daraus zu produzieren“, erzählt Kleinert.

Denn bei der Geschirrproduktion fallen jeden Tag mehr als eine Tonne Stanzreste an. „Wir haben ein Verfahren entwickelt, das daraus ein Pulver gewinnt, aus dem wiederum Besteck gespritzt werden kann.“ Dafür müssen die Stanzreste sehr fein zerfasert werden. Die Stücke werden dafür so lange zerkleinert, bis sie durch ein Sieb passen. Das gewonnene Pulver wird mit Polymilchsäure, einem Biokunststoff aus Pflanzenstärke, zusammengebracht. Die Formmasse für das Besteck ist fertig. Das Unternehmen hat den Prozess der Materialproduktion skaliert und bietet das Besteck bereits seinen Kunden an. (jam)

www.biologischverpacken.de

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