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Altes Pilzmittel in Dresdner Wein

Und wieder wurde in einer Probe ein unerlaubte Substanz gefunden.

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© Symbolbild/dpa

Elbtal. Bei einer Weinkontrolle hat das Dresdner Hygieneamt ein nicht mehr zugelassenes Pflanzenschutzmittel entdeckt. Es handelt sich um einen Wirkstoff gegen den Pilzbefall von Rebstöcken, wie Rathaussprecher Kai Schulz der Sächsischen Zeitung jetzt sagte. Die Probe, die bei einem Dresdner Winzer genommen wurde, stamme von diesem Frühjahr. Der Wein sei nicht in den Verkauf gelangt. Eine Gefahr für Verbraucher bestehe nicht, so Schulz. Deshalb sei die Nennung von Wein und Winzer auch nicht relevant. Das Lebensmittelüberwachungsamt hat ein Verkehrsverbot ausgesprochen.

Unter sächsischen Winzern wird unterdessen der Ruf immer lauter, die Produzenten, welche mit nicht erlaubten Pflanzenschutzmitteln gearbeitet hätten, sollten sich outen oder benannt werden. Die Betreiber vom Radebeuler Weingut Drei Herren werden eigenen Angaben zufolge beinahe täglich von Kunden und Besuchern gefragt, ob sie auch zu den vom Weinskandal betroffenen Gütern zählen. Das habe ihm jetzt gereicht, sagt Rainer Beck, der gemeinsam mit Kellermeister Claus Höhne und Antje Wiedemann das Gut betreibt.

Vor wenigen Tagen, so Beck, seien die Ergebnisse von der Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen eingetroffen. Proben seien sowohl auf Kreis- als auch auf Landesebene aus den Beständen entnommen wurden und hätten sich als einwandfrei erwiesen. Beck: „Wir versichern unseren Kunden ausdrücklich, dass unsere Produkte in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stets einwandfrei waren, sind und sein werden.“ Immerhin werde im Umkehrschluss den jetzt ohne Beanstandung gebliebenen sächsischen Weingütern durch die erfolgten Prüfungen von staatlicher Stelle die Unbedenklichkeit ihrer Produkte bestätigt. Dies müsse ängstliche Verbraucherherzen eigentlich höher schlagen lassen, so der wesentliche Geldgeber bei Drei Herren. Beck fordert zugleich alle Weingüter und Winzer auf, deren Weine beanstandet wurden, sich zu erkennen zu geben. Sonst würden weiterhin sämtliche anderen Weingüter unter Generalverdacht gestellt. (SZ)