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Altes Spritzenhaus wird zum Treffpunkt

Als Feuerwehrdepot hat das Häuschen in der Dorfmitte von Commerau ausgedient. Jetzt gibt es neue Ideen.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

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In dem Aktenordner hat sich viel Material angesammelt. Auch wenn das Häuschen, um das es geht, klein ist, die Bürokratie ist groß. So dauerte es ein geraumes Jahr, bis die Unterlagen für die Umgestaltung des alten Spritzenhauses in der Dorfmitte von Commerau beisammen waren. Doch nun konnten die Mitglieder der Bürgerinitiative, die sich extra für das Vorhaben gegründet hatte, endlich loslegen. Wie Christian Paulick, einer der fünf Mitglieder sagt, soll das Haus, das nicht viel größer als eine Garage ist, in einen zentralen Treffpunkt verwandelt werden. Gedacht ist der nicht nur für die Dorfbewohner, die sich hier auf einen Schwatz treffen können, sondern auch für Radtouristen, die hier auf dem Krabat-Radweg vorbeikommen. In dem Häuschen wird eine Sitzgruppe aufgestellt. Anhand von Schautafeln, die Alenka Hager von der Domowina-Ortsgruppe vorbereitet, soll auf die Geschichte, darunter auch die sorbische Vergangenheit des Dorfes hingewiesen werden. Denkbar wäre auch, einen öffentlichen Bücherschrank aufzustellen, wie es ihn beispielsweise in Tautewalde oder Spreewiese schon gibt.

Ausgangspunkt für die Überlegungen, das Spritzenhaus umzunutzen, war allerdings der Wunsch der Dorfbewohner, im Ortskern einen öffentlichen Spielplatz einzurichten. Denn der Treffpunkt der Hutowa-Jugend, sei für kleinere Kinder nicht so günstig, da er etwas abseits vom Dorf liegt. Von den rund 250 Einwohnern von Commerau sind immerhin rund 30 unter 18 Jahren. Die Gemeinde Königswartha verschloss sich dem Wunsch der Einwohner nicht. Inzwischen ist das Gesamtvorhaben mit dem Spielplatz und dem Treffpunkt in trockenen Tüchern. Das Projekt, das insgesamt 17 000 Euro kostet, wird zu 80 Prozent gefördert. D

ie 20 Prozent Eigenanteil kamen über eine größere Spende der Kreissparkasse Bautzen, durch Spender aus der Gemeinde sowie durch Eigenleistungen zusammen. So hatten Mitglieder der Bürgerinitiative und Feuerwehrleute vor Kurzem das alte Dach abgedeckt und zunächst mit einer Folie verschlossen. Der ortsansässige Gerüstbauer Michael Jokusch stellte ein Gerüst auf. Er wird auch die Arbeit der anderen Gewerke koordinieren. Gefüllt wurde der Spendentopf aber auch durch das alljährliche Weihnachtsbaumverbrennen, das auch in Commerau mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden ist und von der Ortswehr organisiert wird.

Die Feuerwehrleute sind froh, dass für die Unterbringung ihrer Technik mittlerweile eine andere Lösung gefunden wurde. Denn das alte Spritzenhaus, das jetzt zum Treffpunkt umgewandelt wird, bot nur Platz für einen mit Muskelkraft zu bewegenden Anhänger, aber kein Zugfahrzeug. Außerdem waren die Spinde für die zwölf Kameraden in dem Spritzenhaus untergebracht. Wie der Königswarthaer Bürgermeister Swen Nowotny, der in Commerau zuhause ist, sagt, sei das ein unhaltbarer Zustand gewesen. Mittlerweile wurde von privat eine Doppelgarage angemietet, in der wenigstens ein Mannschaftstransporter T4 Platz findet. Ideal sei das zwar nicht, aber immerhin eine praktikable Lösung.

Alle Beteiligten hoffen nun, dass das Vorhaben im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden kann. Dann können sich die Commerauer Kinder auf dem Areal mit einer kleinen Kletterburg mit Rutsche tummeln, das zur Sicherheit auch eingezäunt werden soll.