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Altes Wissen neu entdecken

Die Welt der Kräuter ist Katrin Vollmanns Leidenschaft. Ihre Erfahrung gibt sie auch an Andere weiter.

© Norbert Millauer

Von Katharina Klemm

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Gohrisch. Die kleine Hütte im Garten hinter ihrem Haus ist Katrin Vollmanns Reich. Drinnen wabern angenehm herb duftende Rauchschwaden durch den Raum. Verströmt werden sie von einer Räucherkerze, die auf glühender Kohle gebettet ist. Die Räucherkerze hat Katrin Vollmann selbst hergestellt. Aus Nadeln, Fichtenharz und natürlichem Kleister. Für die moderne Kräuterfrau eine der leichteren Übungen. Aus dem was die Natur bereit hält, stellt sie auch Salben, Tinkturen, Tees oder Pflanzendestillate her.

Begonnen hat alles 2006. Damals nahm Katrin Vollmann auf der Suche nach einem Ausgleich zum Stress und den festen wissenschaftlichen Strukturen ihres Studiums der Medizinpädagogik, an einer Kräuterwanderung teil. Das änderte alles. „Dort wurde meine Begeisterung für Kräuter geweckt“, erzählt die 48-jährige.

Die Cunnersdorferin wollte mehr und mehr über Pflanzen, deren Wirkung und Verarbeitung lernen. Mittlerweile darf sie sich Kräuterpädagogin nennen und hat auch eine phytotherapeutische, also eine pflanzenheilkundliche Ausbildung absolviert. Doch mit der Kräuterausbildung wird man nie fertig, sagt sie. „Über Kräuter und das Pflanzenreich lernt man ein Leben lang.“ Daher will sie auch im nächsten Jahr wieder Weiterbildungen besuchen.

Doch Lernen ist das eine, das Gelernte an andere weiter zu geben das andere. Denn das alte Kräuterwissen soll nicht verloren gehen, auch das ist Katrin Vollmann wichtig. Vor fünf Jahren gründete sie daher im Gohrischer Ortsteil Cunnersdorf ihre eigene Wildkräuterschule mit dem Namen Kräuter und Blüten unter’m Katzstein. Kurz: Kubuk – Naturheilkunst. Dort bietet sie Kurse zu verschiedenen Themen an. Ihre Gäste stellen natürliche Haushaltshelfer her, lernen wie man schmackhafte Pestos, Smoothies oder Salate aus Wildkräutern zaubert, wie sie ihre Hausapotheke bereichern und vieles mehr. Hauptberuflich arbeitet Katrin Vollmann als Diplom-Medizinpädagogin. Die Wochenenden gehören allerdings ganz ihrer Wildkräuterschule. Ihr Angebot stößt auf großes Interesse. Daher hat sie immer alle Hände voll zu tun. Kräuter müssen das ganze Jahr über gesammelt, die Kurse vorbereitet werden. Das alles sei auch schon mal anstrengend, gibt sie zu. Doch sie freut sich auch über das große Interesse an „ihren“ Kräutern.

Ihre Kurse sollen auch dazu anregen, nicht wegen banalen Dingen wie einer Erkältung gleich zum Arzt zu gehen, sondern erst einmal zu schauen, was Mutter Natur in petto hat. Und es lohne sich auch die heimische Natur wieder zu entdecken. „Viele greifen heute zu exotischen Pflanzen wie Ginseng oder Goji-Beeren“, sagt die Kräuterexpertin. Aber das sei gar nicht nötig. „Wir haben alles, was wir brauchen vor der Nase.“ Aber das Wissen fehle und für die Verarbeitung wolle sich heute kaum noch jemand Zeit nehmen.

Während Katrin Vollmann spricht, zerkleinert sie mit dem Stößel Tannennadeln. Hinter ihr bollert ein alter Küchenofen und verbreitet wohlige Wärme. An den Wänden hängen zu Bündeln gebundene Kräuter. Katrin Vollmann gehört an diesen Ort. Das spürt man „Ich könnte den ganzen Tag nichts anderes machen“, sagt sie zufrieden. Und hofft, dass sie sich beruflich den Kräutern zukünftig mehr zuwenden kann.

Mehr Informationen zur Kräuterwelt von Katrin Vollmann gibts im Internet.