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„Am Ende wird der Tagebau mit Schutt aufgefüllt“

Hanne Freund lebt seit 15 Jahren mit ihrer Familie in Söbrigen. Gemeinsam mit Dutzenden Mitstreitern informiert sie regelmäßig Interessierte über die Pläne der Kieswerke Borsberg und versucht, Verbündete im Kampf gegen den Kiesabbau zu finden.

Hanne Freund lebt seit 15 Jahren mit ihrer Familie in Söbrigen. Gemeinsam mit Dutzenden Mitstreitern informiert sie regelmäßig Interessierte über die Pläne der Kieswerke Borsberg und versucht, Verbündete im Kampf gegen den Kiesabbau zu finden.

Frau Freund, was sind Ihre größten
Befürchtungen, wenn rund um Söbrigen Kies und Sand abgebaut werden?

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Dass die einmalige Kulturlandschaft und ein weitreichendes Erholungsgebiet zerstört werden: die Kulturlandschaft um Pillnitz, Oberpoyritz, Söbrigen, Birkwitz und Graupa, mit Elbhängen, Weinbergen, dem Tännicht, Pfeifengraswiesen, Resten von Elbeauen, dem Malerweg, der Sächsischen Weinstraße, dem Mittelländischen Radweg, der Nähe von Park und Schloss Pillnitz und den einzigartigen Blickbeziehungen zwischen Elbe und Elbhängen. Damit einher ginge der Verlust der Lebensqualität der Anwohner und Gartenbesitzer. Geplant ist, rund 20 Jahre lang hier abzubauen.

Was hätte dies für Folgen
für die Anwohner?

Bis zu 200 Lkws würden täglich aus dem Tagebau über eine Betriebsstraße zur Graupaer Straße fahren. Schmutz und Lärm entstehen. Außerdem würde das Material ja hier in einem neuen Werk verarbeitet, was ebenfalls mit Lärm und Schmutz verbunden ist. Kinder wären vor allem auf der Graupaer Straße auf ihrem Schulweg betroffen. Was uns große Sorgen macht, ist, dass am Ende der Tagebau mit Bauschutt aufgefüllt werden könnte, wie es derzeit in Zschieren passiert.

Sie befürchten auch negative
Folgen für die Natur?

Im geplanten Abbaugebiet leben unter anderem bedrohte Tierarten wie der Rote Milan oder der Käfer Eremit. Außerdem gibt es hier Biber, Reiher, Lerchen und zahlreiche Zugvögel, die Zwischenstation machen. Sie werden möglicherweise gestört und vertrieben. Auch würde sich der Wasserhaushalt durch die 15 Meter tiefe Grube verändern, was dazu führen könnte, dass das Graupaer Tännicht austrocknet. Die Betreiberfirma hat jahrelang mit Sediment belastetes Kieswaschwasser in den Birkwitzer See eingeleitet. Das macht vorsichtig.

Was unternimmt die Bürgerinitiative, um das Vorhaben zu verhindern?

Derzeit bereitet sich die Bürgerinitiative darauf vor, mit allen juristischen Mitteln ein Genehmigungsverfahren zu verhindern. Die Genehmigung des Oberbergamtes ist noch nicht erfolgt, es gibt also Hoffnung. Wir informieren uns und interessierte Bürger zu den Bau- und Abbauaktivitäten der Kieswerke und nehmen Kontakt zu Politikern und den Medien auf. Wir freuen uns über jede Unterstützung.

Interview: Kay Haufe