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Am Hotel Stadt Leipzig soll sich endlich was tun

Seit sechs Jahren soll das Haus saniert werden. Doch es tut sich nichts. Nun erhöht eine Bürgerinitiative den Druck.

© Sven Ellger

An der Ecke Heinrichstraße/ Rähnitzgasse bietet sich ein trauriges Bild: Das einstige Hotel Stadt Leipzig verfällt immer mehr. Bereits seit sechs Jahren kündigt der Investor – die Hotel Stadt Leipzig Objektgesellschaft mbH, die zum Warschauer Unternehmer Griffin Real Estate gehört – die Sanierung an. Noch immer wurde der Stadtverwaltung kein Baubeginn angezeigt. Die Bürgerinitiative StadtbilDD erhöht nun den Druck auf Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne).

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„Mittlerweile hat sich in den letzten 24 Monaten der Zustand des Baudenkmals weiter dramatisch verschlechtert“, schreiben die Mitglieder Michael Wolf und Stefan Schiller in einem offenen Brief. Bei Kritik an diesem Zustand habe die Stadt immer wieder auf die Absichten des Investors verwiesen. Die persönlichen Gespräche, die der Baubürgermeister mit dem Bauherren geführt hat, gehen der Bürgerinitiative nicht weit genug. „Nachdem nun unter Ihrer Amtszeit eine weitere Frist verstrichen ist und bis heute kein Bauantrag eingereicht wurde, erscheint es nun geboten, den Druck auf den Investor zu erhöhen“, heißt es in dem Schreiben an ihn. „Wenn Appelle nichts nützen und eine Verzögerungstaktik vonseiten des Eigentümers offensichtlich wird, dann müssen alle rechtsstaatlichen Mittel ausgeschöpft und zur Anwendung gebracht werden.“

Nach sechs Jahren sei es Zeit, endlich zu handeln. „Wir fordern Sie daher auf, dem Investor eine letzte Frist zu setzen, um endlich mit den Baumaßnahmen zu beginnen. Sollte diese Frist abermals verstreichen, muss eine Enteignung vollzogen werden.“

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Enteignung ins Spiel gebracht wird. Doch die Stadtverwaltung ist nicht bereit für diesen Schritt. „Eine Enteignung stellt einen derart starken Eingriff in das private Eigentum dar, dass sie nur in ganz außerordentlichen Konstellationen in Erwägung gezogen werden kann. Dies ist hier nicht der Fall“, erklärte Doris Oser, persönliche Referentin des Baubürgermeisters. (SZ/sh)