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Für Ordnung am Hutberg-Mahnmal

Der Bauausschuss empfiehlt dem Kamenzer Stadtrat eine Gestaltung der Anlagen in zwei Abschnitten. Der unansehnliche Bauzaun steht offenbar erst 2019 im Fokus.

© Matthias Schumann

Von Frank Oehl

Kamenz. Vor 17 Jahren hatte der Stadtrat beschlossen, auf eine Wiedererrichtung der fünf Säulen zu verzichten, die auf dem Hutberg einst an die Weltkriegsjahre 1914 bis 1918 erinnerten. Nach ihrem Abriss nach dem 2. Weltkrieg waren nur die fünf Säulenstümpfe übrig geblieben, die gewissermaßen den Westteil der Hutbergbühne abgrenzen. Durch marode Bauzaunfelder nur unzureichend abgesichert, wie auch eine Untersuchung der Stadtverwaltung jetzt bekräftigte.

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2001 war festgestellt worden, dass das Mahnmal nicht wieder aufgebaut wird. Stattdessen sollte Ordnung hergestellt werden. Und nun ist es so weit. 17 Jahre später. Der Bauausschuss empfiehlt zwei Bauabschnitte. Am 2. Mai wird der Stadtrat darüber beraten.

Beräumung des Areals noch in diesem Jahr

Der erste Abschnitt sieht noch in diesem Jahr die Beräumung des Areales und die Instandsetzung der Treppe vor – einschließlich der Montage eines Geländers. Die Kosten in Höhe von 22 000 Euro sollen aus dem Haushaltsprodukt „Park- und Grünanlagen“ bezahlt werden. Also vollkommen sachgerecht.

Ein weiteres Maßnahmepaket müsste dann 2019 in den Etat eingestellt werden. Dann geht es um die Sicherung der fünf Säulen, die Sanierung der Natursteinmauer, den Ausbau der Verkehrsfläche neben der Granitwand einschließlich Asphaltierung und Rasen-Ansaat plus Pflege, eine neue Zaunanlage mit einem Tor zum Bühnenbereich hin sowie die Installation zweier Informationstafeln. Letztere sollen etwas zum geschichtlichen Hintergrund des Mahnmales beinhalten. Für den zweiten Bauabschnitt wurden etwa 98 400 Euro errechnet.

Thema der Haushaltsdebatte

Das Geld wäre Gegenstand der Haushaltsdebatte für das kommende Jahr. Und das allein weist auf Unwägbarkeiten hin. Diese sind für den Hutbergbereich durchaus typisch. So sollte es zum Beispiel einen weitgehenden Neuaufbau des Backstagebereiches der Bühne geben. Als es hart auf hart ging, waren die schon mal abgesegneten 430 000 Euro gar nicht mehr vorhanden. Der Bauausschuss hat deshalb in dieser Woche eine abgespeckte Sanierungsvariante des denkmalgeschützen Flachbaus aus den 30er-Jahren beschlossen. Die kostet immer noch 140 000 Euro, sieht aber auch eine Fläche vor, die das Aufstellen von Containern zu bestimmten Events ermöglichen soll.

Damit würde dem vielfach von Veranstaltern angezeigten höheren Platzbedarf entsprochen. Vor allem bei Festivals, wo mehrere Gruppen auftreten. Der Umbau soll aber erst nach der Saison 2018 beginnen. Auch dazu wird der Stadtrat Anfang Mai abstimmen.

Doch zurück zum Mahnmal. Der jetzige Vorstoß in Richtung Ansehnlichkeit des Areals ging vom Hutberg-Anrainer Wolfgang Heichel aus, der sich immer wieder auch in die Erinnerungsdebatte einbringt. Der frühere Globetrotter mit einem riesigen Netzwerk in der alpinen Szene hat regelmäßig Experten aus der ganzen Welt zu Gast. „Ich schäme mich jedes Mal für die Stadt, wenn ich von Freunden auf den unordentlichen Zustand am oberen Hutberg angesprochen werde.“ Der Kamenzer war im Bauausschuss sogar mit Rederecht ausgestattet worden und wünschte sich vor allem beim Bauzaun schnelleres Handeln. „Der Zaun ist doch der eigentliche Skandal.“

OB Roland Dantz bat um Geduld. „Wir sollten jetzt endlich den ersten Schritt machen, wie geplant.“ Für einen neuen Zaun schon in diesem Jahre fehle ihm einfach die „finanzielle Deckungsfantasie“, so Dantz. Er lobte Wolfgang Heichel aber ausdrücklich für sein Engagement am Berg.