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Am liebsten handgemacht

Der Kreativmarkt in der Löbauer Blumenhalle lockt Besucher aller Generationen. Eine 85-Jährige zeigt, wie Klöppeln funktioniert.

Von Markus van Appeldorn

Arbeiten in Görlitz

Ob Arbeitsplatz, Ausbildung, Studium, Job für zwischendurch, Freiwilligendienst oder Ehrenamt: In Görlitz gibt es jede Menge gute Jobs!

Wenn bei Erika Förster in Beiersdorf abends der Fernseher angeht, wird die 85-Jährige handwerklich aktiv. Sie greift sich ihr Klöppelzeug für kunstvolle Spitzendeckchen, Fensterbilder oder in der Adventszeit auch textilen Schmuck für den Tannenbaum. Für die Belgier etwa sind ihre berühmte Brüsseler Spitze oder die Duchesse-Spitze nationales Kulturgut. Und auch das sächsische Erzgebirge gilt als Traditionsregion der barocken Handarbeitskunst. Im Industriezeitalter aber ist diese Tätigkeit selten geworden. Erika Förster entdeckte das Handwerk erst vor rund 20 Jahren für sich, als sie in den Ruhestand ging. „Ich bekomme nur eine kleine Rente. Mit dem Klöppeln verdiene ich mir ein Zubrot“, sagt die alte Dame, die für ihr Hobby durchaus mobil ist: „Ich fahre jedes Jahr zu den Klöppeltagen nach Annaberg und hole mir dort die Klöppelbriefe“, sagt sie. So nennt man die Vorlagen für die zahlreichen Muster der Spitzen-Kunst.

Und vor ein paar Jahren hat Erika Förster auch eine Veranstaltung entdeckt, wo sie ihr Können einem großen Publikum präsentieren kann. Sie ist die älteste Teilnehmerin des Kreativmarktes, der am heutigen Sonnabend und am Sonntag wieder ein großes Publikum in die Blumenhalle auf dem Löbauer Messegelände locken soll. Kunsthandwerker und Künstler, Profis und solche, die es als Hobby betreiben, stellen ihre Werke aus und bieten Dinge zum Verkauf an, die man nicht überall bekommt. „Handgemachtes wird wieder gern gekauft“, sagt Organisatorin Petra Sinkwitz. Verschiedenste Floristik, selbstgenähte Kleidung für Babys, Kinder und Erwachsene, Bilder in unterschiedlichen Maltechniken, selbsthergestellte Seifen, Badesalze, Marmeladen, hochwertig bearbeitete Holz- und Keramikdekorationen oder Schmuck aus verschiedenen Materialien, Filigranes aus Papier, Drechselarbeiten und vieles mehr sind im Angebot.

„Alte Hasen“, also Teilnehmer, die den Kreativmarkt schon sehr lange mitgestalten, aber auch „Kreativmarktneulinge“ präsentieren und verkaufen ihre Produkte, die sie liebevoll hergestellt haben. Die Teilnehmer haben sich auch wieder viele Mitmachaktionen für die kleinen und großen Besucher ausgedacht. Ob man Keramikfiguren oder Holz bemalen will, Gestecke, Wand- oder Fensterdekos, 3 D-Karten, Gläser oder Schmuck gestalten möchte, mit Naturmaterialien basteln will – alles ist möglich. Aber auch beim Filzen, Stricken, Häkeln, Nähen oder Spinnen kann man zuschauen oder teils mitmachen. Dabei ist der Kreativmarkt generationsübergreifend. Die Aussteller und Teilnehmer entstammen allen Generationen. Die jüngste Teilnehmerin ist 18 Jahre alt und zeigt ihre Manga-Kunst. Andere Händler bringen ihre Kinder auch schon als Standbetreuer mit. „Alle Generationen spiegeln sich aber auch im Publikum wider. Kinder können gemeinsam mit (Groß-)Eltern oder Geschwistern basteln, gestalten, werkeln und spielen, denn es wird auch wieder eine kleine Spielecke geben“, sagt Petra Sinkwitz.

Für das leibliche Wohl sorgt im Erdgeschoß die Bäckerei Schwerdtner mit Speisen und Getränken. Ein Aufzug sorgt für Barrierefreiheit.

Kreativmarkt Löbau, Sonnabend u. Sonntag, 10–17 Uhr