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Am Nürnberger Platz wird’s enger

Die Freiflächen verschwinden. Dafür entstehen Wohnungen und Büros. Platz ist auch für einen Supermarkt.

© René Meinig

Von Annechristin Bonß

Mit dem Lebensmittelanbieter Netto bekommt der Nürnberger Platz seinen ersten Supermarkt. Es ist der erste großflächige Einkaufsmarkt überhaupt in der Umgebung. Denn außer zwei kleinen Filialen von Konsum am Nürnberger Ei und an der Münchner Straße fehlt es bisher an Lebensmittelhändlern in der Umgebung. Dabei ist der Nürnberger Platz einer der zentralen Orte in der Südvorstadt. Für mehrere Straßenbahn- und Buslinien gibt es Haltestellen. Tausende Studenten steigen hier täglich ein und aus. Von dem Platz aus führt eine Straße direkt zum Campus der TU Dresden. Dazu gibt es am Platz in einer Leichtbauhalle eine Mensa. Hier werden täglich 2 500 Portionen gekocht und verkauft. Nun beginnt der Ausbau der brachliegenden Flächen. Der Nürnberger Platz verwandelt sich.

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Die Visualisierung zeigt den Blick auf den Platz vom Nürnberger Ei aus. © Thomas Müller Ivan Reimann Architekten
An der Ecke Nürnberger/Münchner Straße entsteht dieses Studentenwohnheim. © Thomas Müller Ivan Reimann Architekten

Zuerst geht es an der Ecke Nürnberger/Münchner Straße los. Hier ist vor wenigen Jahren bereits ein privates Studentenwohnheim entstanden. Seit 2017 entsteht ein weiteres direkt davor, mit Platz für knapp 300  Bewohner. Der Neubau mit dem Netto grenzt daran an. Damit wird die noch verbleibende Baulücke an der Nürnberger Straße gefüllt. Der Investor Jürgen Kraus aus Landshut hat sich dafür das Grundstück an der Bushaltestelle der Linie 61 gesichert. Er investiert zwölf Millionen Euro. Der Bau hat im November begonnen. Darin sind neben der Fläche für den Supermarkt mit 1 100 Quadratmetern auch 38 Zwei- bis Vierraum-Wohnungen geplant. Im Juni 2019 sollen die ersten Mieter einziehen.

Ein Hochhaus für jede Ecke

Mit den beiden Neubauten bekommt der Nürnberger Platz seinen ersten markanten Eckbau. Vor knapp zwei Jahren hatte die Stadt einen Entwurf für einen Bebauungsplan vorgelegt, wie sich der großflächige Platz verändern soll. Dem Plan nach könnte an den vier Ecken jeweils ein Hochhaus mit sieben bis acht Geschossen entstehen. Daran anschließen sollen sich flachere Bauten, die parallel zu den Straßen verlaufen. Darin ist Platz für Gewerbe, Büros, Einzelhandel und Wohnungen. Um den Plan zu erstellen, hatte es einen Wettbewerb gegeben, an dem sich sechs Architekturbüros beteiligten. Der Gewinnerentwurf kommt vom Büro Thomas-Müller-Ivan-Reimann-Architekten aus Berlin.

Dabei soll der Platz künftig nicht nur durch die Neubauten definiert sein. Grün- und Freiflächen sind ebenfalls vorgesehen. Zudem hat die Stadt mit ihrem Bebauungsplan die Grundstücke freigehalten, die für den Bau der neuen Trasse der Stadtbahn 2020 notwendig sind. Wenn künftig die Straßenbahnen von Löbtau bis nach Strehlen fahren, ist der Nürnberger Platz einer der zentralen Umsteigeorte. Die neuen Haltestellen sind in der Münchner Straße sowie in der Nürnberger Straße direkt an der Zeltmensa geplant.

Die Entwicklung zeigt: Nach wie vor ist die Südvorstadt bei Investoren beliebt. Brachliegende Flächen gibt es immer weniger. Am Münchner Platz entsteht derzeit ein weiteres Wohnhaus. Die Fraunhofer Gesellschaft hat nach langem Planen auf dem Grundstück zwischen Münchner/Bayreuther/Hübnerstraße mit dem Bau begonnen. Dort wird derzeit die Grube für die Tiefgarage ausgehoben. Später sollen hier Wissenschaftler aus dem Institut für Integrierte Schaltungen, IIS, forschen. Der Neubau kostet 25 Millionen Euro.