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Am Rad gedreht

Für die Sanierung des Bergbaumuseums reichte das Geld nicht. Nun gibt es doch noch eine Lösung.

© Frank Baldauf

Von Mandy Schaks

Altenberg. Nun wird’s doch noch eine halbwegs runde Sache: Nachdem der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) im März auf die Bremse treten musste, weil die Teilsanierung des Bergbaumuseums das Budget sprengte, kann es jetzt losgehen. Museumsleiter Christoph Schröder und der Stadtverwaltung gelang es, noch zusätzliche Fördermittel zu organisieren. Die Argumente überzeugten die Geldgeber, „Wir haben eine Nachförderung erhalten“, hatte der Rathauschef für die Stadträte schon im April gute Nachrichten. Damit keine Zeit verloren geht, hat Kirsten die Erneuerung des Wasserrades mit Wasserradwelle in einer Eilentscheidung vergeben. Darüber informierte er zur jüngsten Sitzung den Stadtrat.

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Insgesamt stehen jetzt 240 000 Euro zur Verfügung – 13 000 Euro mehr als ursprünglich vorgesehen. Der Hauptteil kommt aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes und aus Fördermitteln des Freistaates. Die Stadt Altenberg steuert 47 000 Euro bei. Hätte es keinen finanziellen Nachschlag gegeben, wären die geplanten Bauarbeiten nicht in dem Umfang möglich gewesen. Denn die Sanierung erfordert echte erzgebirgische Handwerksarbeit, die nicht von der Stange zu haben ist. Und das wird teurer als gedacht.

So wird das Schindeldach über dem Pochwerksgebäude erneuert. „Es ist völlig verrottet“, sagt Museumsleiter Christoph Schröder. Deshalb freut er sich umso mehr, dass es nun endlich wieder in Schuss gebracht werden kann. Rund 400 Quadratmeter Dachfläche werden komplett neu gedeckt. Dafür sind 15 000 Schindeln nötig, die jetzt in einem Spezialbetrieb gefertigt werden. Im Altenberger Rathaus geht man davon aus, dass das Dach dann im Juli/August gedeckt werden kann. Damit es diesmal hoffentlich länger hält – das Bergbaumuseum war nach der Wende rekonstruiert worden –, soll diesmal Lärchen- statt Fichtenholz zum Einsatz kommen. Für diese Arbeiten sind nunmehr 152 000 Euro veranschlagt. Zur Sanierung gehören auch Holzschutzmaßnahmen. Dachkonstruktion und Teile der maschinellen Inneneinrichtung erhalten einen speziellen Farbschutzanstrich. Dieser wird auch teurer als geplant und kostet 46 000 Euro. Deshalb reichte zunächst das Geld nicht, um auch noch das Wasserrad samt Welle originalgetreu wieder aufzubauen. Denn auch das schlägt mit 42 000 Euro zu Buche und ist mehr als ursprünglich geschätzt worden war. Doch dank der höheren Förderung kann auch diese historische Technik erhalten und hoffentlich bald wieder den Besuchern vorgeführt werden. Denn über das Wasserrad wird die Langstoßherdanlage angetrieben, mit der früher das Zinn durch Stoßbewegungen aus dem zerkleinerten und zermahlenen Gestein herausgetrennt wurde. Doch die alte Antriebstechnik ist in die Jahre gekommen und weist erhebliche Schäden auf. Die können auch nicht mehr repariert werden. Deshalb kam nur noch eine Erneuerung infrage. Das ist jetzt zum Glück möglich. Doch damit ist Altenberg noch nicht alle Sorgen los. Museumsleiter Schröder ist schon wieder auf der Suche nach Fördermitteln. Denn auch die Dachflächen des anderen Gebäudeflügels müssen noch saniert werden, am besten bis nächstes Jahr. Dann erwartet das Erzgebirge, zum Unesco-Welterbe erklärt zu werden. Und das Bergbaumuseum steht mit auf der Vorschlagsliste.