Dresden

Dresden: Protest gegen Abschiebungen

Mehrere Menschen wurden nach Pakistan abgeschoben. Dagegen protestierten rund 75 Dresdner in der Neustadt.

Am Mittwochabend haben rund 75 Personen gegen Abschiebungen aus Dresden nach Pakistan protestiert ©  dpa

Am Mittwochabend haben rund 75 Personen auf der Stauffenbergallee gegen Abschiebungen aus Dresden nach Pakistan protestiert. Das teilte die Polizei mit. Nach der Protestaktion ermittelt die Dresdner Polizei gegen einen 33-jährigen Demoteilnehmer wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. In dieser Situation warf der Mann ein Fahrrad gegen den leeren Bus. 

Die Polizei spricht von acht Flüchtlingen, die abgeschoben wurden. Diese seien aufgegriffen und an die Bereitschaftspolizei auf der Stauffenbergallee übergeben worden. Thomas Hoffmann vom Flüchtlingsrat spricht von mehreren Menschen, die von Dresden nach Leipzig gebracht wurden und vom dortigen Flughafen nach Pakistan abgeschoben wurden.

Gegen 22 Uhr versammelten sich etwa 75 Personen am Gelände der Polizei und postierten sich gezielt vor mehreren Zufahrten. Polizeibeamte konnten die Betroffenen dennoch aus dem Areal bringen. Gut eine Stunde nach Mitternacht verließ auch der ursprünglich für den Transport angedachte Reisebus das Polizeigelände. In Höhe der Straße Zum Reiterberg musste dieser wegen den Protestierenden kurzzeitig stoppen. 

Ungeachtet des Protests sind am Donnerstag vom Flughafen Leipzig-Halle aus 27 abgelehnte Asylbewerber aus Pakistan in ihr Heimatland abgeschoben worden. Die meisten von ihnen hatten in Sachsen ihren Asylantrag gestellt, sechs Pakistaner kamen direkt aus der Haft zum Flughafen, teilte das Innenministerium in Dresden mit. 

Damit mussten in diesem Jahr bereits 151 Menschen aus Pakistan zurück in die Heimat, im Vorjahr waren es 69. Die Zahl der ausreisepflichtigen Pakistaner im Freistaat lag Ende Oktober bei 1074. (mit dpa)

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