Sportliches Vorhaben in stiller, heiliger Nacht

Der Kreuzchor singt am Montag im Dynamostadion und braucht ein Programm mit Pfiff. Dafür sorgt Peter Christian Feigel.

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Von Nadja Laske

Wenn am Montag die Hochkultur ein niederschwelliges Angebot macht, soll das ein Volltreffer werden. Mitten in die Herzen der Dresdner. Der Kreuzchor singt im Dynamostadion. Tausende haben schon Karten gekauft. Auch viele vorfreudige Besucher, die sich bisher nie über die Schwellen der Kreuzkirche und Konzertsäle, in denen der Chor normalerweise auftritt, getraut haben. Rund 15 000 Tickets sind verkauft, zu haben sind noch Stehplätze vor der Bühne mitten auf dem Rasen.

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Besondere Ereignisse verlangen besondere Maßnahmen. Eine davon ist, Peter Christian Feigel zu engagieren. Der Dirigent und 2. Kapellmeister der Staatsoperette Dresden weiß, wie man Shows macht. Solche, die zeigen, dass Kunst einem sehr hohen Anspruch genügen und trotzdem unterhaltsam sein kann. Genau das braucht das Publikum. Es soll neunzig Minuten lang einen Chor genießen, der klassischerweise a capella singt. Doch ein solches Event verlangt Pfiff, auch ohne dass ein Schiri über das Spielfeld hastet. Deshalb hat der Kreuzchor den studierten Kirchenmusiker gebeten, das Programm zu gestalten.

Ursprünglich wollte Peter Christian Feigel Pfarrer werden, kam über das Theologiestudium zum Orgelspiel und zum Dirigieren. Zwei Umstände brachten ihn von diesem Weg ab: „Ich fühlte mich schon als Kind zwischen Klassik und Jazz hin- und hergerissen“, erzählt er. Und als der Taktstock ihn während der Ausbildung förmlich erweckte, wusste Feigel, dass dies sein großer Traum ist: Orchester zu dirigieren. Die Chance bekam der gebürtige Westfale zunächst am Staatstheater Cottbus. Das Haus hält er in guter Erinnerung, mit der Stadt selbst versuchte er sich zu arrangieren – bis 2002 ein Engagement am Friedrichstadtpalast greifbar wurde. Für Peter Christian Feigel begann eine spannende Zeit, in der er Musicals mit auf die Bühne bringen und Stücke selbst entwickeln konnte. Bis 2010 arbeitete er als stellvertretender Chefdirigent und wechselte dann an die Dresdner Staatsoperette. Dort reizt ihn das breite Repertoire von Oper über Operette bis zu seinem Schwerpunkt Musical. Im neuen Operettenbau wird Ende nächsten Jahres das Musical „Wonderful Town“ seine erste Produktion. Zuvor jedoch soll unter seiner künstlerischen Leitung das Kreuzchor-Konzert am Montag ein Wow-Erlebnis werden. „Die Dimension eines Stadions braucht auch musikalisch eine größere Geste“, sagt er. Zum Chor gehören rund 80 Sänger, doch sogar die könnten sich in der Weite verlieren. Kreuzkantor Roderich Kreile dirigiert das Konzert, während Peter Christian Feigel dafür verantwortlich ist, dem Publikum einen kurzweiligen, stimmungsvollen, mitreißenden Abend zu bieten. Dafür studiert er extra für den Anlass konzipierte Stücke mit seiner Band ein und spielt selbst Klavier.

Feuerwerke hat der Dirigent schon orchestral begleitet und eine Schiffstaufe dirigiert. Für den Image-Film des Kreuzchores, anlässlich des 800-jährigen Bestehens, komponierte und arrangierte er die Musik.

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