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Ampel soll Unfall-Kreuzung entschärfen

35-mal in drei Jahren krachte es an der Autobahnauffahrt Heidenau. Eine Lösung gibt es, doch die dauert.

© Archiv/Roland Halkasch

Von Heike Sabel

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Heidenau. Es ist immer das Gleiche an der Autobahnanschlussstelle Heidenau: Wer aus Richtung Borthen/Kreischa kommt und nach links auf die Autobahn will, rechnet nicht damit, dass der Entgegenkommende geradeaus fahren will. Die Folge sind schlimme Unfälle. Der jüngste Unfall am 25. Januar forderte zwei Verletzte, am 14. Januar wurden sogar drei Personen schwer verletzt. Wenn das so weitergeht, steigt die Zahl der Unfälle hier wieder.

© SZ

Zwischen 2014 und 2016 registrierte die Polizei an dieser neuralgischen Stelle insgesamt 35 Unfälle, 17-mal waren Personen betroffen – 28 Verletzte weist die Statistik aus. Die Zahl der Unfälle und Verletzten ist in den drei Jahren zwar geringfügig gesunken, aber die elf Unfälle von 2016 sind immer noch zu viel. Nach wie vor ist die missachtete Vorfahrt beim Abbiegen nach dem Muster vom 14. und 25. Januar die häufigste Ursache.

Die überdurchschnittlich vielen Unfälle führten nun dazu, den Bereich als Unfallschwerpunkt einzuordnen. Grundlage ist folgende Orientierung: Fünf Unfälle eines Typs in einem Jahr an einer Stelle oder in drei Jahren fünf Unfälle mit Verletzten bzw. Toten. Die für die Heidenauer Autobahnauffahrt zuständige Dresdner Unfallkommission hat daraufhin entschieden: Eine Ampel soll den Bereich entschärfen. Denkbar wäre auch ein Kreisverkehr gewesen. Doch der ist aufwendiger und wird von Verkehrsexperten bei Autobahnauffahrten eher abgelehnt. Ein Grund ist die Gefahr von Falschfahrern.

Die Ampel scheint da eine einfache und schnelle Lösung. Doch bis auch die steht, kracht es wahrscheinlich noch einige Male. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr bestätigt zwar, dass die Planungen begonnen haben – doch wann die Ampel steht, könne noch nicht gesagt werden. „Ob es noch im Herbst dieses Jahres mit der Umsetzung klappt, oder erst im Frühjahr 2019, werden wir erst im Laufe des Sommers festlegen können“, sagt Sprecherin Isabel Siebert.

Dass es von der Feststellung als Unfallschwerpunkt bis zur Lösung immer einige Zeit dauert, zeigen Beispiele aus dem Landkreis. Die neuen Ampelschaltungen für Linksabbieger und die Geschwindigkeitsreduzierung auf der S 172 in Heidenau brauchten Jahre, auf die Tempolimits, die Warnschilder und Schutzplanken in der Ungerkurve warteten Kraftfahrer ebenfalls. Schließlich muss alles geplant und finanziert und dann von Kommune, Kreis oder Freistaat umgesetzt werden. Sie sind auch in den Unfallkommissionen vertreten, außerdem noch die Polizei. In Kreisen, Großen Kreisstädten wie Pirna und Sebnitz sowie kreisfreien Städten sind diese Kommissionen Pflicht.

Viel Wirtschaft, viele Schwerpunkte

Drei Jahre nach einer Veränderung prüft die Kommission erneut, ob die Zahl der Unfälle tatsächlich zurückgegangen ist. In den vergangenen Jahren kristallisierte sich heraus, dass sich neue Unfallschwerpunkte fast immer dort befinden, wo sich die Wirtschaft gut entwickelt und damit viele Leute unterwegs sind. Das sind im Landkreis vor allem Pirna, Freital, Bannewitz, Wilsdruff und Neustadt.

Bis irgendwann die Ampel an der Autobahnauffahrt Heidenau steht, würde vielleicht ein Schild genügen, das auf den gefährlichen Bereich aufmerksam macht. Kraftfahrer, die hier regelmäßig fahren, kennen die Tücke und passen besonders auf. Einer sagte nach den jüngsten Unfällen: „Ich bin jedes Mal froh, wenn nichts passiert ist.“