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Politik

Amthor irritiert mit Antisemitismus-These

Der CDU-Politiker stellt einen Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Migration aus muslimischen Ländern her – und fühlt sich dann missverstanden.

Philipp Amthor
Philipp Amthor © Kay Nietfeld/dpa

Mit einer Äußerung zu Antisemitismus unter muslimischen Einwanderern hat der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor Kritik aus mehreren Parteien auf sich gezogen.

In einem Interview anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz sagte der CDU-Innenexperte dem Nachrichtensender ntv: „Klar ist auch, das darf man nicht vergessen, dass Antisemitismus natürlich vor allem in muslimisch geprägten Kulturkreisen besonders stark vertreten ist.“

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Vor dem Hintergrund der Migration der vergangenen Jahre seien „an dieser Stelle natürlich viele Sorgen für die jüdische Bevölkerung da“.

Dazu schrieb der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, auf Twitter: „Ausgerechnet am Gedenktag für den bürokratisierten, industrialisierten Massenmord Nazi-Deutschlands an sechs Millionen Juden auf so eine Idee zu kommen - das zeigt das ganze Ausmaß des Problems in diesem Land.“

Der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz erklärte: „Klar, man muss sich genau ansehen was Amthor gesagt hat. Aber, als deutscher Abgeordneter am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz bei allem rechtsextremen Antisemitismus heute - inklusive dem Anschlag von Halle - Antisemitismus vor allem als ,muslimisch'' zu verorten, irritiert massiv.“

Auch die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) kritisierte Amthor auf Twitter. „Amthor übernimmt AfD-Sprech: Vor allem Muslime sind Antisemiten. Ich versuche junge Muslime für den Kampf gegen Antisemitismus zu gewinnen, sag ihnen, dass es auch ihre Verantwortung ist, Judenhass zu bekämpfen, dann kommt Amthor, macht sie zu DEN Tätern. Fasse es nicht.“

Amthor sagte der Deutschen Presse-Agentur, er fühle sich missverstanden. In der umstrittenen Äußerung aus dem Interview habe er „auf die Frage geantwortet, was sich in den letzten Jahren verändert hat“.

Für ihn sei aber dennoch „völlig klar, dass die größte Gefahr im Bereich des Antisemitismus natürlich von Rechtsextremisten ausgeht“. Das belegten auch die polizeiliche Statistik „und der notwendige Schwerpunkt unseres politischen Handelns“. (mit dpa)