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Bautzen

Amtsärztin rät zur Masern-Impfung

Die Infektionskrankheit galt in Deutschland als nahezu ausgerottet. Nun steigt die Anzahl der Erkrankten wieder. Das kann schlimme Folgen haben.

Kleiner Pieks mit großer Wirkung: Eine Impfung bietet den einzig wirksamen Schutz vor Masern. Den legt auch Bautzens Amtsärztin den Menschen im Landkreis nahe. © dpa/Seth Wenig

Bautzen. Es beginnt mit Fieber, Kopfschmerzen, Husten und einer Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht. Schließlich zeigt sich der typische, rotfleckige Hautausschlag. Nach zwei Wochen ist der Spuk in aller Regel vorbei.

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Gemeint sind die Masern – eine Infektionskrankheit, die bis vor wenigen Jahren in Deutschland als nahezu ausgerottet galt. Von Impfgegnern als harmlose Kinderkrankheit abgetan oder – wesentlich häufiger – infolge von Impfmüdigkeit schlichtweg vernachlässig,t sinkt die Zahl vollständig geimpfter Kinder im Altersverlauf. Waren im Schuljahr 2017/18 noch 97,4 Prozent aller Kindergartenkinder vollständig geimpft, betrug der Anteil grundimmunisierter Schulanfänger im gleichen Jahr lediglich noch 82,1 Prozent. Die Folge: Die Anzahl an Masernfällen in Sachsen steigt. Wurden zwischen Januar und März 2018 noch vier Erkrankte registriert, verzeichnete das Robert-Koch-Institut im vergleichbaren Zeitraum dieses Jahres bereits 14 Fälle. 

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Gefährliche Komplikationen

Eine alarmierende Entwicklung, findet Ilona Walter, Amtsärztin des Landkreises Bautzen. Sie warnt: „Auch Erwachsene können an Masern erkranken, meist mit kompliziertem Krankheitsverlauf.“ Der kann schlimmstenfalls zu Hirnschäden oder sogar dem Tod des Patienten führen. Wirksamen Schutz vor dem Virus, der durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, biete allein die Vorsorgeimpfung. „Nur wenn in einer Region die Immunität, also der Anteil an Geimpften, hoch ist, hat das Virus keine Chance“, sagt Walter und rät, den eigenen Impfpass wie auch den von Kindern von Hausärzten oder Mitarbeitern des Gesundheitsamtes auf Vollständigkeit prüfen zu lassen. Vor allem Lehrern und Erziehern rät sie zu besonderer Vorsicht und weist darauf hin, das bei Masernfällen in Kitas oder Schulen die Einrichtung durch ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Personen für die Dauer von 21 Tagen nicht betreten werden dürfe.

Um die weitere Ausbreitung der Masern einzudämmen, berät die Bundesregierung derzeit über die Einführung einer Impfpflicht. Rechtlich ebnet das Infektionsschutzgesetz dieser Forderung den Weg, indem es ermöglicht, Impfungen zum Schutz vor gefährlichen Viren und Erregern verbindlich einzuführen. Erst im Januar hatte die Weltgesundheitsorganisation die Impfverweigerung oder -verzögerung als globale Bedrohung eingestuft.