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An der B6 ist kein Fußweg in Sicht

Schüler und Berufstätige brauchen den Weg an der Straße nach Rosenhain dringend. Doch es klemmt immer noch.

© Rafael Sampedro

Von Gabriel Wandt

Löbau/Rosenhain. Es scheint die B178 der Fußwege zu werden: Die Verbindung für Radler und Passanten an der B6 von Rosenhain nach Löbau. 2008 hieß es, der Radweg kommt nicht vor 2010. Im Jahr 2010 hieß es, der Radweg kommt nicht vor 2012, und jetzt gibt es gar keine Jahreszahl mehr.

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Dabei ist das Thema durchaus nicht vergessen, wie Rosenhains Ortsvorsteher Friedhelm Gerlich betont. „Ich bleibe dran“, sagt er, „höflich, aber hartnäckig.“ Im Ortschaftsrat taucht in regelmäßigen Abständen immer wieder die Frage nach dem Stand der Dinge auf. Und meistens kann Gerlich dann nichts Neues berichten. Und auch seine regelmäßigen Nachfragen beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) ergeben nicht viel mehr – obwohl auch dort die Radwegarbeiten nicht auf Eis liegen. Das wiederum bestätigt Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert. Doch ermutigende Aussagen kann sie auch nicht geben.

Sie teilt mit, dass sich das Vorhaben nach wie vor im sogenannten Planfeststellungsverfahren befinde. Derzeit sei das Landesamt aufgefordert, verschiedene Änderungen zu erstellen. Eine konkretisierende Aussage, um welche Art Änderungen es hierbei geht, lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor. Dennoch bedeutet diese Auskunft, dass die Vorbereitungen für das Projekt nach wie vor sehr weit am Anfang stehen. Im genannten Planfeststellungsverfahren werden aufwendig alle Für und Wider eines Projekts erörtert, diskutiert – und teils vor Gericht ausgetragen. Erst wenn diese Diskussionen alle ausgestanden sind, kann ein Feststellungsbeschluss diese Phase beenden. Erst dann besteht tatsächliche Planungssicherheit, können die endgültigen Festlegungen getroffen und das eigentliche Bauvorhaben vorbereitet und angeschoben werden.

Die jetzt in der Diskussion stehenden Änderungen sollen nach Aussage von Frau Siebert bis Sommer 2016 vorliegen. Danach könne das Verfahren fortgeführt werden, teilt sie mit. Wann es zu einem Abschluss kommt, bleibt damit völlig unklar.

Doch jeden Tag zeigt sich, wie wichtig der Rad- und Fußweg an dieser vielbefahrenen Straße ist. Schüler laufen morgens am Straßenrand Richtung Löbau bis zur Bushaltestelle, Berufstätige radeln auf dem Asphalt zur Arbeit, selbst Ältere nehmen das Rad und sind auf der Straße unterwegs, die viel auch von großen Fahrzeugen genutzt wird. Schwere Unfälle hat es hier noch nicht gegeben, die Rosenhainer hoffen trotzdem, dass es in absehbarer Zeit mit dem Projekt einmal vorangeht.

Der Rosenhainer Ortschaftsrat steht übrigens schon seit 2005 sowohl mit der Stadt Löbau als auch mit dem Landesamt in Kontakt. Die Stadt hatte in der Vergangenheit das Vorhaben begrüßt, für die Umsetzung ist aber das Lasuv zuständig. Und das kann gegen Widerstände auch nicht allzu viel ausrichten. Hier zeigt sich wieder die Parallele zu den Diskussionen um die B 178: Auch an der B 6 geht es von Anfang an um die Frage, auf welchen Flächen der Weg entlang gebaut werden kann – und ob die Eigentümer die nötigen Teilstücke für das Projekt zur Verfügung stellen. Hier scheint nach SZ-Informationen immer noch nicht alles geklärt zu sein.

Dabei ist die Route bis Sohland nur ein Teil des straßenbegleitenden Wegs, der irgendwann einmal alle Lücken bis nach Görlitz schließen soll. Bis über den Zoblitzer Berg soll er führen und in Höhe von Sohland am Rotstein dann an den dort längst fertigen Weg angeknüpft werden.

Friedhelm Gerlich, Rosenhains Ortsvorsteher, meldet sich derzeit etwa alle drei Monate beim Lasuv. Es sieht so aus, als müsste er das noch eine ganze Weile durchhalten. „Wir können das nicht beeinflussen“, sagt er. Aufgeben wird er nicht. „Man muss Geduld haben.“ Dass diese Worte wahr sind, hat die Vergangenheit bereits deutlich bewiesen.