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Anartyst-Verfahren eingestellt

Der Sprüher der Schmierereien in Zittau konnte nicht ermittelt werden. Facebooker sorgten für ein Ende der Taten.

© Rafael Sampedro

Von Thomas Mielke

Zittau. Die „Anartyst“-Schmierereien im gesamten Stadtgebiet bleiben wohl ungesühnt: Das Verfahren ist vorläufig eingestellt worden. „Tatverdächtige konnten nicht namhaft gemacht werden“, teilte Till Neumann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz, auf SZ-Anfrage mit. Aber: „Vor Ablauf der Verjährung kann das Verfahren bei Vorliegen neuer Erkenntnisse jederzeit wiederaufgenommen werden.“ Die Polizei ergänzt, dass die Untersuchungen „aufgrund fehlender Zeugenhinweise oder zielführender Ermittlungsansätze“ eingestellt wurden.

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Fast 60 der Schriftzüge waren von einem oder mehreren Unbekannten vor allem zwischen Februar und April auf Mauern, Parkbänke, Abfallbehälter, Buswartehallen, Zäune, Schaltkästen und Häuser gesprüht worden. „Schwerpunkt der Geschehnisse war die Innenstadt von Zittau“, teilte Polizeisprecher Thomas Knaup bei einer früheren Anfrage der SZ mit. Abgesehen von der Verunstaltung des Stadtbildes beträgt der reine Sachschaden durch die Graffiti rund 25000 Euro. Betroffen waren Privatleute genauso wie die Stadt. Eventuell liegt die Zahl der Fälle sogar noch höher. Die Polizei kann nur die registrieren, die auch angezeigt worden sind.

Auffällig ist, dass Ende April „die Zahl der Neufeststellungen gegen Null zurückging“, wie Knaup nun mitteilte. Er macht dafür eine Welle öffentlich geäußerter Wut und Empörung im Internet verantwortlich. „Am 30. April 2017 gab es, aufgrund der Verschandelung des öffentlichen Stadtbildes, in der Facebook-Gruppe „Freunde von Zittau“ einen sogenannten „Shitstorm“ gegen den unbekannten Sprayer“, so Knaup. Bei Anzeigen, die nach diesem Tag eingingen, seien die Graffiti überwiegend älteren Datums oder bereits bekannt gewesen.

Zwischenzeitlich hatte es kurz so ausgesehen, als hätte die Polizei einen Tatverdächtigen gefunden. Mitte September konnte ein 25-Jähriger überführt werden, der in der Bahnhofsstraße einen Stromkasten besprüht hatte. Die Polizei durchsuchte daraufhin seine Wohnung in der Inneren Weberstraße, teilte aber wenige Tage später mit, dass der Deutsche nicht für die Anartyst-Graffiti verantwortlich ist.

Als Strafe hätte dem Täter oder den Tätern eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren gedroht. Das genaue Strafmaß hätte ein Gericht festlegen müssen.