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Königsbrücker: 2019 ist Baustart

Schon seit 60 Jahren wird über den Ausbau der Königsbrücker Straße in Dresden debattiert. Jetzt werden die Details dafür geplant.

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© Visualisierung: Stadtverwaltung Dresden

Von Peter Hilbert

Schon seit 60 Jahren wird über den Ausbau der Königsbrücker Straße debattiert. Nach dem jahrelangen Streit war im Juni 2016 die Entscheidung zugunsten einer Kompromiss-Variante mit einer engeren Straße und breiteren Geh- und Radwegen im Stadtrat gefallen. Seitdem arbeiten die Fachleute des Straßenbau- und des Stadtplanungsamtes an der Detailplanung, erklärt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Dabei müssen noch einige Entscheidungen fallen.

Der Kompromiss: Durchgangsverkehr und Stadtteilleben unter einem Hut

Die gewählte Variante für die knapp 1,5 Kilometer lange Verbindung zwischen Albertplatz und Staufenbergallee soll alle Interessen berücksichtigen und den Verkehr dennoch nicht ausbremsen. Vorgesehen ist ein eigenes Gleisbett für die Straßenbahn. Daneben gibt es je eine Fahrspur und den Radstreifen. Allerdings ist das nicht durchgängig so geplant. Im Abschnitt zwischen Katharinenstraße und Bischofsweg müssen sich Autos und Bahnen eine Spur teilen zugunsten von Gehwegen, die zwischen drei und über fünf Meter breit werden.

Fußgänger müssen auf der Ostseite keinerlei Einschränkungen hinnehmen. Für Radfahrer sind neben der Straße durchgängig eigene Wege geplant. Im südlichen Teil bis zum Bischofsweg hat die Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Gewerbetreibende ein etwas größeres Gewicht, im nördlichen Teil der zügige Verkehrsfluss und die Parkplätze.

Die Verlegung: Haltestelle ist künftig direkt vor der Schauburg

Die Haltestelle der Straßenbahn Richtung Zentrum wird am Bischofsplatz vor die Schauburg verlegt. Damit muss sie erst hinter der Kreuzung halten. Künftig erhält die Bahn damit die „Pulkführerschaft“, erläutert Schmidt-Lamontain. Will heißen, alle anderen müssen hinterherfahren.

Durch die Haltestellen-Verlegung wird es möglich, dass Autos neben der Geradeaus- eine separate Rechtsabbiegespur in den westlichen Bischofsweg bekommen. Dort gibt es im Berufsverkehr immer wieder Staus. „Ich glaube, mit dieser Variante haben wir einen vernünftigen Kompromiss gefunden“, sagt Dresdens Bauchef.

Die Frage: Wo werden die neuen Straßenbäume gepflanzt?

Derzeit plant die Stadt Details des Ausbaus. Vor allem stehe die Frage, wie die Bäume an der Königsbrücker Straße angeordnet werden. Dabei haben sich die Planer im Abschnitt zwischen Albertplatz und Bischofsweg für eine Variante entschieden, bei der die Bäume zwischen den einzelnen Kfz-Stellplätzen gepflanzt werden. Dadurch können die Gehwege möglichst breit gehalten werden, sodass Gaststätten oder Cafés den Außenbereich zum Aufstellen von Tischen und Stühlen nutzen können, nennt Schmidt-Lamontain den entscheidenden Vorteil.

Die andere Variante wäre gewesen, die Bäume hinter den Stellplätzen anzuordnen. Dann würde es aber weniger Platz auf dem Fußweg geben. So können zwar nur rund 50 statt bis zu 80 Stellplätze in diesem Abschnitt angelegt werden. „Was nützen die aber, wenn keine Tische oder Stühle mehr rausgestellt werden können?“, fragt der Bürgermeister.

Zwischen dem Bischofsweg und der Stauffenbergallee werden die Baumreihen jedoch hinter den Kfz-Stellplätzen am Rande des Fußwegs stehen. In diesem Abschnitt gibt es kaum Geschäfte. Dadurch können 40 statt nur 20 Stellplätze geschaffen werden. „Die Gehwege erfüllen dann immer noch die Anforderungen der Mindestbreite“, sagt er.

Die Platzgestaltung: Ideen der Planer für Fläche vor Schauburg gefragt

Beim Ausbau der Königsbrücker Straße sollen vor allem drei Plätze gestaltet werden. Dabei handelt es sich um die Flächen vor der alten Post, zwischen der Eschenstraße und der Lößnitzstraße sowie vor der Schauburg. „Mit der Platzgestaltung haben wir einen Freiraumplaner beauftragt“, sagt der Baubürgermeister. Es gibt aber auch einen studentischen Wettbewerb von angehenden Freiraumplanern der TU Dresden. Im Frühjahr sollen die Studenten ihre Entwürfe im Stadtteil präsentieren.

Die Vorbereitung: Bauantrag soll noch im ersten Quartal gestellt werden

Die Planung ist weit fortgeschritten. Noch im ersten Quartal soll der Bauantrag bei der Landesdirektion eingereicht werden. Dann folgt das sogenannte Planfeststellungsverfahren. „Wir hoffen, dass es der Freistaat zügig umsetzt, sodass wir nach anderthalb bis zwei Jahren den Planfeststellungsbeschluss bekommen“, erklärt Schmidt-Lamontain. Danach könnten die Aufträge öffentlich ausgeschrieben werden. „Ich hoffe, dass wir Anfang 2019 mit den ersten Arbeiten beginnen können“, sagt er. Das hänge aber auch vom Freistaat ab. Der Ausbau soll etwa anderthalb Jahre dauern. Er wird am Albertplatz beginnen.

Knapp 32 Millionen Euro sind für das Gesamtprojekt nötig. Davon muss die Stadt rund 10,6 Millionen zahlen. Sie bekommt dafür Fördermittel. Den anderen Teil finanzieren die Verkehrsbetriebe, die Drewag, die Stadtentwässerung und die Deutsche Telekom.