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Anfang mit zwei Schwestern

Die Diakonissenanstalt Emmaus in Niesky feiert ihren 150. Geburtstag.

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© Jens Trenkler

Von Jens Trenkler

Noch schöneres Wetter hätten sich die Mitarbeiter der Nieskyer Diakonissenanstalt Emmaus nicht zu ihrer Geburtstagsfeier am Donnerstagabend wünschen können. Oberin Sonja Rönsch fiel sprichwörtlich ein Stein vom Herzen: „In den vergangenen Wochen haben wir schon unsere Bedenken gehabt, ob das doch unbeständige Wetter an diesem Tag mitspielen würde“. Aus diesem Grund fanden auch die Begrüßung der Gäste und die rund 60-minütige Feierstunde im Inneren des Mutterhauses statt. Trotz der großen Hitze hatten sich an diesem Abend viele der Partner auf den Weg zum Nieskyer Jubilar gemacht. Unter ihnen waren die Nieskyer Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann, Holger Ludwig, der Geschäftsführer der Nieskyer Stadtwerke, Vertreter von Handerksunternehmen der Region, Zulieferern des Unternehmens wie regionale Sanitätshäuser sowie weitere Partner aus Politik und Wirtschaft.

Am 6. Mai 1866 wurde die Diakonissenanstalt Emmaus in Gnadenfeld/Oberschlesien gegründet. Seit 1883 befindet sich der Sitz dieses Sozialunternehmens in Niesky. Beim Einzug ins Haus Plitt 1929 wurde damals die Fahne gehisst. Diese Zeremonie konnte am Donnerstag allerdings nicht durchgeführt werden, da der Sturm das gute Stück beschädigt hatte und noch kein Ersatz beschafft werden konnte. Im kommenden Mai soll die Fahne dann wieder an dem Gebäude wehen.

Bei einem virtuellen Rundgang durch die Geschichte von Emmaus konnte Oberin Sonja Rönsch den Gästen anhand von Bilddokumenten zeigen, mit welch einfachen Mitteln in Niesky begonnen wurde. So gab es im Jahr 1866 lediglich zwei Schwestern, die sich um die Belange der Menschen kümmern konnten. Heute hat die Diakonissenanstalt 124 Angestellte. Auch die Art der Transportmittel und die gesamte Technik haben sich im Laufe der Jahre stets und ständig verändert. Wurden damals noch Tiere auf dem Gelände gehalten und Gemüse für die Selbstversorgung angebaut, bestellt man die benötigten Waren heute einfach im Großmarkt.

Begonnen haben die Diakonissen dereinst mit der Hilfe für Kranke, Alte und Kinder. Im Laufe der Zeit kamen neue Bereiche hinzu, manche mussten aufgegeben werden. Kriegs,- DDR- und Wendezeit haben das Gesicht der Diakonissenanstalt Emmaus immer wieder verändert. Heute ist sie ein modernes Unternehmen mit den verschiedensten Aufgabengebieten: ambulanter Hospizdienst, Kindertagesstätte, Pflegeheim und mehr.

Am 1. Januar 2015 wurde der Betriebsteil Krankenhaus von der evangelisch-lutherischen Diakonissenanstalt Dresden übernommen und seitdem von ihr geleitet. Dies gilt ebenfalls für die Arbeitsbereiche Physiotherapie und medizinische Berufsfachschule, die dem Krankenhaus angegliedert sind. Eine eindrucksvolle Zeitreise durch viele Jahrzehnte Emmaus-Geschichte. Wie Sonja Rönsch bemerkte, seien die gezeigten Fotos natürlich nur ein Bruchteil der derzeit in Form einer Fotoausstellung im Emmaus gezeigten Bilddokumente.

Nach dem offiziellen Teil der Jubiläumsfeier gab es natürlich auch einen gemütlichen. Der Posaunenchor Horka sorgte für die passende musikalische Begleitung der Jubiläumsfeier, und im Garten war für die Gäste nun Zeit für Gespräche, Fachsimpeleien und das Auffrischen so mancher Erinnerung.