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Angeklagte gesteht Verkauf von Marihuana und Crystal

Eine 32-jährige Döbelnerin soll Drogen konsumiert und damit gehandelt haben. Sie kommt mit Bewährung davon.

© Symbolfoto: dpa

Von Helene Krause

Döbeln. Um sich eine dauerhafte Einnahmequelle zu verschaffen, begann eine 32-jährige Döbelnerin vor drei Jahren mit dem Handel von Crystal und Marihuana. Die Drogen konsumierte sie auch selbst. Am Montag stand sie deswegen vorm Amtsgericht Döbeln. Vorgeworfen wurden ihr der unerlaubte Handel mit Betäubungsmitteln in acht Fällen, der gewerbsmäßige unerlaubte Handel in zehn Fällen und der unerlaubte Besitz von Drogen.

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Im Februar und März 2013 soll sie von einem bekannten Drogenhändler Marihuana und Crystal in Mengen von zehn bis 50 Gramm erworben haben. Um die Bestellungen zu tätigen, schrieben sie sich SMS oder telefonierten. Dabei benutzten sie Codeworte: „Stunden“ für Crystal und „Minuten“ für Marihuana.

Die Drogen verkaufte der Händler in seiner Gartenlaube. Weil die Beschuldigte kein Auto besaß, schickte sie Bekannte hin. Die holten die Waren für sie ab. Die Polizei kam dem Dealer auf die Spur. Die Beamten hörten sein Telefon ab und lasen die Daten seines Mobiltelefons aus. Dadurch kamen sie auch der Angeklagten auf die Schliche.

Als einer ihrer Bekannten mit seinem Fahrzeug die Drogen abholen war, kontrollierten die Polizisten sein Fahrzeug. Doch sie fanden nichts. Bei einer Durchsuchung in der Wohnung der Beschuldigten stellten sie rund ein Gramm Crystal (Wirkstoffgehalt fünf Gramm Metamphetamin) und 6,79 Gramm Marihuana (Wirkstoffgehalt 80,6 Prozent) sicher. Das Crystal kaufte die Döbelnerin für 60 Euro das Gramm. Verkauft hat sie es für 80 Euro pro Gramm.

Taten gestanden

Die Angeklagte hat die Taten bei der Verhandlung am Amtsgericht gestanden. Grund für den Handel war, dass sie zu der Zeit selbst Konsumentin war. „Ich brauchte das Geld um meine Sucht zu finanzieren“, erklärte die Angeklagte. Außerdem hat sie Schulden in beträchtlicher Höhe. Eine Privatinsolvenz ist eingeleitet. Die 32-Jährige ist nach einer abgebrochenen Lehre arbeitslos. Der Versuch, bei einem Finanzdienstleister ein Einkommen zu erzielen, schlug fehl. Ein Partner habe sie dazu verleitet, Drogen zu nehmen und damit zu handeln, um so das schnelle Geld zu verdienen. 2008 absolvierte sie schon einmal eine Langzeittherapie. Danach habe sie vier Jahre keine Drogen mehr genommen. Ein anderer Partner habe sie erneut in den Drogensumpf gezogen. „Es waren immer wieder die Partner, die mich reingeritten haben“, erklärte die Mutter zwei Töchter im Alter von fünf und zwölf Jahren. Ein drittes Kind erwartet sie im Sommer. Von dem Vater sei sie getrennt. Eine weitere Langzeittherapie habe sie im vergangenen Jahr erfolgreich absolviert. Zurzeit sei sie in einer Tagestherapie. Auch um eine Ausbildungsstelle bemühe sie sich.

Karin Fahlberg, Richterin am Döbelner Amtsgericht, verurteilte die Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Positiv auf das milde Urteil wirkt sich aus, dass die eine Therapie absolviere und sich um ein neues Leben bemühe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.