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Angeklagter angeblich bedroht

Der jüngste Angeklagte im Dresdner Terrorprozess gegen die rechtsextreme „Gruppe Freital“ wird angeblich bedroht. Rädelsführer Timo S. wollte ihm demnach die Zähne ausschlagen lassen. Warum, ist klar.

© dpa

Dresden. Der jüngste Angeklagte im Dresdner Terrorprozess gegen die rechtsextreme „Gruppe Freital“ wird angeblich bedroht. Der Anwalt des 19 Jahre alten Justin S. verlas am Freitag eine E-Mail der JVA Zwickau, in der davon die Rede ist, dass der mutmaßliche Rädelsführer Timo S. Geld dafür geboten haben soll, „dass Justin S. die Zähne ausgeschlagen werden“.

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Der 19-Jährige hatte sich zu Prozessbeginn als bislang einziger der acht Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert und die anderen Beschuldigten schwer belastet.

Die Information des Leiters der JVA Zwickau stamme aus der Justizvollzugsanstalt Dresden, in der Timo S. in Untersuchungshaft sitzt. Der ebenfalls dort einsitzende Angeklagte Mike S. habe einem Wachmann von dem Vorhaben berichtet. Belege, dass Timo S. einen entsprechenden Auftrag erteilt hat, gibt es demnach aber nicht.

Sein Mandant habe dennoch „tatsächlich Angst, dass ihm körperlich etwas passiert“, sagte der Anwalt. Die Eltern des 19-Jährigen „reden schon von einer Morddrohung“ und seien ebenfalls völlig verängstigt.

Unterdessen dürfte der Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden länger dauern als bislang terminiert. Der Vorsitzende Richter Thomas Fresemann kündigte an, weitere Termine bis Ende des Jahres anzusetzen. Bislang gingen die Planungen bis Ende September.

Der Gruppe wird die Bildung einer terroristischen Vereinigung und unter anderem auch versuchter Mord vorgeworfen. Sie soll 2015 fünf Anschläge auf Flüchtlinge und politische Gegner verübt haben. (dpa)