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Angeklagter bezahlt bar

Wegen Beleidigung und Bedrohung sollte ein Döbelner eine Geldauflage zahlen. Deswegen stand er zum zweiten Mal vor Gericht.

© Patrick Pleul/dpa

Von Helene Krause

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Döbeln. Am 28. August 2017 stand ein Döbelner mit türkischen Wurzeln wegen Beleidigung und Bedrohung vorm Amtsgericht Döbeln. Er hatte in einem Mehrfamilienhaus in der Straße des Friedens in Döbeln seinen Vermieter Arschloch genannt. Dann soll er ein Küchenmesser geholt und den Geschädigten mit den Worten: „Ich nehme dir das Leben“, bedroht haben. Das Verfahren war damals gegen Auflage eingestellt worden. Der Angeklagte sollte 300 Euro an den Verein Sonnenstrahl für krebskranke Kinder zahlen. Weil er das nicht tat, wurde der Prozess wieder aufgenommen. Jetzt stand der Döbelner erneut vor Gericht.

Zu der Tat soll es gekommen sein, weil der Vermieter ihn aus der Wohnung haben wollte. Auf die Frage von Richterin Fahlberg, warum er die Auflage nicht bezahlt habe, gibt der Angeklagte Geldprobleme an und dass er abgewartet habe. „Ich hatte eine Arbeit in Aussicht“, sagt er. „Doch daraus ist nichts geworden.“

Die Geldauflage sollte er Angeklagte bis zum 28. Dezember 2017 zahlen. Als das Geld bis dahin bei der Justizkasse nicht eingegangen war, wurde das Verfahren neu aufgenommen. Richterin Fahlberg erklärt dem Beschuldigten, dass er solch eine Chance nicht noch einmal erhält, dass ein Verfahren wegen Beleidigung und Bedrohung gegen Geldauflage eingestellt wird. Nach kurzem Nachdenken möchte der Beschuldigte die Auflage bezahlen. Um das Geld zu holen, gibt ihm das Gericht eine halbe Stunde Zeit. Danach zahlt der Angeklagte die 300 Euro in bar beim Amtsgericht ein. Mit dem Geschädigten hat er sich ausgesprochen. Beide pflegen heute, wie sie vor Gericht sagen, wieder einen normalen Umgang miteinander. Trotzdem sagt er Angeklagte, dass er sich eine andere Wohnung suchen will.

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