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Angler im Berzi könnten bald den ersten Fisch am Haken haben

Der Fischereivertrag für den Berzdorfer See wartet noch auf grünes Licht. Auch die Angelstellen müssen noch festgelegt werden. Danach soll alles schnell losgehen.

© nikolaischmidt.de

Von Daniela Pfeiffer

Die größten Hürden sind übersprungen. Tausende Angler können sich die Hände reiben, denn es sieht gut aus, dass auch sie in diesem Jahr endlich den Berzdorfer See erobern dürfen. Wo doch Schwimmer, Sonnenanbeter oder Segler schon so lange sind. Mit der Unterzeichnung des Fischereivertrages zwischen dem Bergbausanierer LMBV und dem Anglerverband Elbflorenz Dresden (AVE) Anfang Dezember wurde der Grundstein fürs Angeln gelegt. Der AVE ist für die sächsischen Gewässer verantwortlich und bemühte sich schon seit mehreren Jahren um diesen Vertrag. Obwohl er jetzt unterzeichnet ist, heißt das aber noch nicht, dass die Angler Ruten, Köder und Klappstuhl einpacken und an den See kommen können. Denn vorher braucht es einen Hegeplan, der alles Weitere regelt. Dieser liegt derzeit bei der Fischereibehörde zur Genehmigung. „Erst wenn es von dort grünes Licht gibt, tritt auch der Fischereivertrag in Kraft“, betont René Häse vom AVE. Er geht aber davon aus, dass das zügig passieren wird.

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Danach beginnt für die Angler in und um Görlitz erst mal die Arbeit, die vor dem Vergnügen steht. Denn viele sind in die 2012 gegründete Hege- und Pflegegemeinschaft eingetreten und sollen nun mit dafür sorgen, dass die Voraussetzungen fürs Angeln am Berzdorfer See geschaffen werden – etwa die Angelstellen beschildert werden. Wo genau die sein werden, ist noch nicht ganz klar. Der Fischereivertrag sagt zumindest aus, dass die Ruten nicht in den drei Strandbereichen Nordstrand, Hagenwerder und Blaue Lagune ausgeworfen werden dürfen. Auch die Rutschung P ist von vornherein tabu. Die Angelstellen sind nur eine von etlichen Fragen, die jetzt geklärt werden müssen. Dazu wollen sich der AVE und der Planungsverband Berzdorfer See verständigen, sobald der Vertrag in Kraft ist. Eine Befahrung des Sees sei unter anderem geplant, um Angelstellen ausfindig zu machen. „Am wichtigsten ist, dass in der Nähe Parkflächen und Zufahrten sind“, sagt René Häse. Wenn dies geklärt ist, soll es eine Begehungskarte geben, auf der auch vermerkt ist, wo Angler vom Ufer aus angeln dürfen und wo das möglicherweise mit dem Boot erlaubt ist. Das wiederum hängt an der wasserrechtlichen Genehmigung. Ob sie Bootsangeln zulässt, ist eine weitere Frage, die geklärt werden muss.

Es sei schon viel Arbeit, sagt René Häse. Aber die sei in relativ kurzer Zeit zu bewältigen, glaubt er. Konkret möchte er keinen Termin nennen, ab wann offiziell die ersten Fische aus dem See geholt werden dürfen. „So bald wie möglich in diesem Jahr“, sagt er aber zumindest. Mit weit über 1 000 Anglern rechnet der Verband. Allein 1 200 sind schon in Verbänden in und um Görlitz organisiert.

Von jenseits der Grenze könnten auch noch recht viele kommen, vermutet René Häse. „Dafür haben wir Gastkarten, wir wollen schließlich jedem die Möglichkeit geben, hier zu angeln.“ Vorausgesetzt natürlich er hat einen Angelschein.

Etwas langfristiger ist das Ziel, einen Berufsfischer für den See zu finden, der als Maräne-See deklariert ist. Das ist eine Fischart, die tiefe, kalte, klare Seen liebt. Zwar hatte die LMBV schon solche Fische eingesetzt, die die vielen schon vorhandenen ergänzen. Doch nicht gleich in so großen Beständen, dass nun sofort mit der Befischung begonnen werden müsse. „Wir hoffen aber schon, Mitte bis Ende des Jahres jemanden im Boot zu haben“, sagt René Häse. Da vertraue er auch auf die Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Fischereiverband, dessen Vorsitzender der Landrat des Landkreises Görlitz, Bernd Lange, ist.

Mit einigen Fischern sei man bereits im Gespräch. Allerdings ist es gar nicht einfach, jemanden zu finden, da für den Berzdorfer See ein See-Fischer gefunden werden muss – mit einer entsprechenden Ausrüstung. Die unterscheidet sich von der des Teichfischers doch sehr. Und in Sachsen sind die meisten Fischer auf Teiche spezialisiert. „Es muss also jemand sein, der es kann und der das Equipment hat. Davon gibt es nicht viele“, sagt René Häse.