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Anklage im Fall Anneli erhoben

Zwei Männer entführen eine Unternehmertochter und fordern vom Vater Millionen. Tagelang suchen Familie, Freunde und Polizei nach der Gymnasiastin. Nun geht es um Mord.

© Archivbild: Claudia Hübschmann

Dresden. Rund fünf Monate nach der Entführung der 17-jährigen Anneli hat die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage wegen Mordes erhoben. Sie wirft zwei in Untersuchungshaft sitzenden Männern erpresserischen Menschenraub vor. Bei einem 40-Jährigen geht sie von Mord aus. Er soll die Gymnasiastin getötet haben, „zur Verdeckung einer anderen Straftat“, wie ein Behördensprecher am Donnerstag sagte. Gegen den 62 Jahre alten Tatverdächtigen konnte der Mordverdacht nach Angaben der Staatsanwaltschaft indes nicht aufrechterhalten werden. Laut Anklage haben die verschuldeten Männer die Unternehmertochter am 13. August 2015 entführt, um 1,2 Millionen Euro Lösegeld zu erpressen.

Den zuletzt arbeitslosen Tatverdächtigen wird vorgeworfen, Anneli an jenem Nachmittag auf einem Feldweg nahe ihres Elternhauses in Robschütz (Landkreis Meißen) in ihre Gewalt gebracht zu haben. Die Suche nach der 17-Jährigen blieb ohne Erfolg, bis am 18. August 2015 auf einem Hof im Nachbarort Lampersdorf ihre Leiche gefunden wurde.

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Der in Dresden festgenommene ältere Verdächtige hatte den Ermittlern den Hinweis gegeben und auch ein Teilgeständnis abgelegt. Danach war auch der nun Hauptangeklagte in einem Ort nahe Bamberg (Bayern) gefasst worden.

Auf die Spur der Täter waren die Ermittler auch durch DNA-Spuren am Fahrrad des Mädchens gekommen. Der Jüngere war wegen anderer Delikte in einer DNA-Datenbank erfasst. Er hat bisher weder Angaben zu seiner Person noch zu dem Verbrechen gemacht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Ältere habe zur Entführung ausgesagt, das Teilgeständnis inzwischen aber widerrufen.

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Wie die Jugendliche, die mit vollem Vornamen Anneli-Marie hieß, genau starb, ist bisher nicht bekannt. Auskünfte zu Todesursache und den Umständen werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft derzeit nicht gegeben - mit Rücksicht auf die Familie. (dpa)